Stimmen von der Straße
"Einen draufsetzen, das heißt noch einen Schritt weiter gehen. Erst war alles schon gut, aber dann hat einer noch einen draufgesetzt und plötzlich war die Stimmung nochmal ganz anders als wie zuvor."
Was es bedeutet
Einen draufsetzen bedeutet: nicht einfach mithalten, sondern noch eine Schippe drauflegen, damit das Ergebnis lauter, größer oder krasser wird als alles, was bislang am Tisch lag. Mit dem Satz signalisierst du, dass die Latte heute höher hängt und dass du nicht der Typ bist, der sich mit dem Mittelmaß begnügt. Funktioniert in jeder Disziplin von der Familienfeier über das Beruf bis zur Karaoke-Bar, immer mit demselben augenzwinkernden Anspruch.
Verwendungsbeispiele
"Erst war die Stimmung gut, dann setzt einer noch einen drauf und plötzlich brennt die Bude."
"Die Schwester hat zum Geburtstag dem Bruder einen Berg Kuchen gebacken, und der Vater wollte einen draufsetzen, also hat er zusätzlich noch eine Kiste Wein aus dem Pfälzer Weinkeller in den Hof gerollt am Sonntagmorgen."
"Beim Sommerfest des Vereins haben die Frauen einen Blumenstrauß für die Vorsitzende organisiert, und die Schatzmeisterin musste einen draufsetzen mit einer Eintrittskarte für das Festspielhaus in Salzburg."
Woher es kommt
Die Wendung einen draufsetzen geht zurück auf das alte deutsche Kartenspiel, in dem ein Spieler beim Reizen einen weiteren Punkt oder Trick aufsattelte, um den Gegner zu übertrumpfen. Schon im neunzehnten Jahrhundert war das Bild des aufgeladenen Stapels in den Wirtshäusern Deutschlands bekannt, und in den fünfziger Jahren wanderte es vom Skattisch in die allgemeine Umgangssprache. Heute funktioniert es ganz ohne Karten, einfach als Bild der bewussten Steigerung über die normale Erwartung hinaus.
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