Hier wird geschafft, net geschwätzt. Die Schwaben und Badener haben für alles ein Wort, meistens ein sehr effizientes. Sparsamkeit gilt auch bei den Silben.

Gsälz

Marmelade. Klingt seltsam, ist aber in Schwaben und speziell in Stuttgart das Standardwort fürs Zeug auf dem Frühstücksbrot. Hat nichts mit Salz zu tun, kommt wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen sulze. Wer in Stuttgart Marmelade sagt, outet sich sofort als Reigschmeckter. Gsälz aufs Weckle und der Morgen kann kommen. Ob Erdbeer, Himbeer oder Zwetschge, Hauptsache Gsälz.

"Mama, wo isch des Gsälz? I find bloß Honig im Kühlschrank. Ohne Erdbeer-Gsälz auf meim Weckle fang i den Tag net an, des sag i dir."

Weckle

Ein Brötchen, aber halt auf Schwäbisch. Die Verkleinerungsform von Weck, also das kleine Gebäck, das morgens frisch vom Bäcker geholt wird. In Stuttgart ist ein Weckle so selbstverständlich wie der Kessel drumherum. Sag bloß nicht Semmel oder Schrippe, sonst erntest du hochgezogene Augenbrauen und einen Vortrag über schwäbische Identität.

"Holsch mir zwoi Weckle vom Bäcker? Aber die knusprige, net die von geschdern. Und bring Gsälz mit, die Erdbeer isch aus."

Reigschmeckter

Ein Zugezogener, jemand, der nicht aus Stuttgart oder Schwaben stammt. Wörtlich etwa reingeschmeckt, also einer, der von außen reingeschneit ist. Klingt nicht bösartig, hat aber einen klaren Unterton: Du gehörst noch nicht richtig dazu. Erst nach ein paar Jahrzehnten und fließendem Schwäbisch darfst du dich als halber Einheimischer fühlen.

"Der Neue im Büro sagt Brötchen statt Weckle. Typisch Reigschmeckter, der braucht noch a paar Johr, bis er hier richtig angkomme isch."

Laufa lassa

Einen fahren lassen, also pupsen. Schwaben reden nicht gern direkt über körperliche Geräusche, aber wenn's raus muss, dann heißt es eba: laufa lassa. Klingt harmloser als es ist, wird mit einem halben Grinsen benutzt und im besten Fall vom Verursacher mit einem schuldbewussten Blick quittiert. Klassiker bei Maultaschen-Völlerei.

"Wer hat denn scho wieder oin laufa lassa? Des stinkt ja bis auf die Straß! Nach drei Portiona Maultascha koi Wunder, aber trotzdem."

Häfe

Ein Topf, ganz simpel. Wird in Schwaben für alles benutzt, was irgendwie ein Kochgefäß ist. Der Häfe steht auf dem Herd, und drin köcheln Spätzle, Linsen oder Maultaschen. Manchmal auch übertragen: Wenn jemand einen Haufen Schulden hat, sitzt er im Häfe. Schwäbische Küche ohne Häfe ist wie Stuttgart ohne Stäffele.

"Stell den Häfe auf den Herd, ich mach Linsa mit Spätzle. Und mach den Deckel drauf, sonst spritzt die ganze Küche voll, des gibt a Sauerei."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut... aber was uns Magikitos richtig abgeht, ist die Leute aus Stuttgart in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen typischen Ausdruck von dort kennst, schick uns eine Sprachnachricht per WhatsApp mit einem echten Beispiel. Wir fügen ihn zu den Stimmen deiner Gegend hinzu!

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