Der Hafen, die Elbe und ein trockener Humor, der so tief sitzt wie die Anker im Wasser. In Hamburg redet man nicht viel, aber wenn, dann sitzt jedes Wort. Moin!
"Slangwort Digger ist ein anderes Wort für Kumpel, Freund. Beispiel, Digger, was machst du heute Abend?"
"Moin. Norddeutscher Gruß zu jeder Tageszeit nutzbar. Beispiel, ich bin in Hamburg aus dem Zug gestiegen und jemand hat mich mit Moin gegrüßt, egal ob jung oder alt. Da wusste ich sofort, dass ich im Norden angekommen bin."
"Jo, was geht ab? Wollen wir mal ein bisschen schnacken? Kommst du rum? Ich hab da mal so ein bisschen was, über das ich mit dir reden müsste. Naja, du weißt schon. Kommst du mal kurz rüber? Bisschen schnacken"
Betüddeln
Betüddeln heißt jemanden liebevoll umsorgen, ein bisschen verhätscheln und mit kleinen Aufmerksamkeiten verwöhnen. Im Norden sagt man das gern, wenn Oma dir Tee kocht, die Decke zurechtzupft und fragt, ob du auch wirklich satt bist. Es klingt warm und ein wenig augenzwinkernd, denn manchmal will man gar nicht so umsorgt werden. Trotzdem tut es gut, mal richtig betüddelt zu werden.
Wuppen
Etwas hinkriegen, eine Sache stemmen, auch wenn sie erstmal nach zu viel aussieht. Im Norden sagt man ganz entspannt das wuppen wir schon, und meint damit, kein Stress, wir kriegen das gebacken. Es klingt nach Ärmel hochkrempeln und einfach machen, ohne großes Drama. Genau die Sorte ruhige Zuversicht, die alles leichter macht.
Digger
Heißt so viel wie Kumpel, Bro, Alter, eine lockere Anrede unter Freunden. Kommt ursprünglich von Dicker, hat aber null mit Körpergewicht zu tun, das ist eher verbale Schulterklopf-Zuneigung. Typisch norddeutscher Sound, oft auch als Digga geschrieben. Passt für Smalltalk, Ansagen, Mini-Stress oder einfach, um Nähe zu markieren.
Moin
Heißt schlicht Hallo, aber im Norden ist es eher ein Lebensgefühl als ein Wort. Du kannst es morgens, mittags, abends rausballern, im Regen an der Bushaltestelle genauso wie im Laden um die Ecke. Ein einzelnes Moin wirkt knapp und freundlich, so nordisch effizient. Wer Moin moin sagt, klingt schnell nach Tourist oder nach jemandem, der zu viel Smalltalk im Tank hat.
Schnacken
Schnacken heißt entspannt reden oder klönen, gern ohne großes Ziel, einfach weil’s passt. Das Wort kommt aus dem Niederdeutschen und sitzt im Norden so locker wie ein alter Kapitänsmantel. Man schnackt beim Bäcker, an der Bushaltestelle oder am Hafen über Gott, die Welt und natürlich das Wetter. Wenn’s gut läuft, wird aus fünf Minuten ’ne Stunde.