Im Pott wird nicht lang gefackelt. Ruhrpott-Deutsch ist ehrlich, direkt und hat mehr Herz als jede Hochglanz-Broschüre. Hier sacht man wat man denkt, und dat is auch gut so.
"Den Begriff Digga nutzt man, um Kumpel zu sagen, zum Beispiel, hey Digga, wie geht's dir heute?"
"Digga ist einfach ein Wort für Freund oder Bro. Zum Beispiel, Digga, ich steh gestern an der Bahn komplett im Regen und der Zug kommt einfach nicht. Ich ruf dich an und du so, chill mal Digga, der kommt gleich, safe. Kam natürlich nicht. Klassiker"
Aufmotzen
Etwas richtig aufpolieren, damit es lauter, schöner oder einfach krasser wird. Im Pott denkt man da zuerst an die alte Karre, die mit Spoiler, fetten Felgen und dickem Sound zur Show umgebaut wird. Es geht aber genauso um die Bude, das Fahrrad oder den müden Lebenslauf. Wer aufmotzt, will, dass man hinguckt.
Knete
Lockeres Wort für Geld, für die Kohle, die man gerade dabeihat oder eben schmerzlich vermisst. Eigentlich ist Knete das bunte Zeug zum Matschen aus dem Kinderzimmer, aber im Alltag steht es längst für den schnöden Mammon. Im Ruhrgebiet klingt es nach Kneipentheke und ehrlicher Maloche, nach Leuten, die jeden Euro zweimal umdrehen. Wer keine Knete hat, der bleibt das Wochenende eben auf dem Sofa.
Oschi
Ein Oschi ist ein richtig dicker Brocken, also was so riesig ist, dass du kurz die Augen aufreißt. Kann alles sein: Portion Pommes, Koffer, Fisch, Rechnung. Das Wort knallt einfach, weil es kurz ist und trotzdem das ganze Bild ausspuckt. Kommt aus dem Norden und dem Pott und wird gern mit nem Grinsen rausgehauen, wenn wer vor sich ne XXL-Version von irgendwas stehen hat.
Mach hinne
Wenn einer trödelt und du langsam die Geduld verlierst, dann knallst du dem ein Mach hinne vor den Latz. Kommt aus dem Niederdeutschen und heißt so viel wie: beweg dich, Tempo, los jetzt. Typisch Pott, da wird nich lange gefackelt. Wenn die Schicht um halb sechs anfängt, is keine Zeit für Schnickschnack.
Digga
Digga ist die Allzweck-Anrede für Kumpel, Bruder oder einfach irgendwen, den du gerade anschnackst. Je nach Ton kann’s herzlich sein oder leicht genervt, so wie ein verbales Schulterklopfen. Der Ausdruck gilt als Ableitung von Dicker und wurde besonders durch Hamburger Straßensprache und Hip-Hop groß. Heute hörst du’s überall in Deutschland, vor allem bei Jüngeren, manchmal auch ironisch von Älteren, im Chat genauso wie auf der Straße.