Kölsch ist nicht nur ein Bier, sondern eine Sprache voller Lebensfreude. Hier wird geschunkelt, gebützt und jeder Jeck ist anders. Et kütt wie et kütt!
Tünnes
Kommt von der berühmten Kölner Figur Tünnes, die zusammen mit Schäl das bekannteste Witzpaar der Stadt bildet. Tünnes ist der gutmütige, etwas tölpelhafte Typ, der zwar nicht der Hellste ist, aber das Herz am rechten Fleck hat. Wenn dich jemand als Tünnes bezeichnet, bist du eher ein sympathischer Tollpatsch als ein böswilliger Depp.
Bützjer
Das kölsche Wort für ein Küsschen, und zwar nicht irgendeins, sondern das herzliche, freundschaftliche Bützchen auf die Wange. Gehört zum Karneval wie die Kamelle und wird dort großzügig verteilt, egal ob man sich kennt oder nicht. Ein Bützjer ist pure kölsche Lebensfreude in einer einzigen kleinen Geste, nix Erotisches, einfach nur von Herzen nett.
Fisternöll
Eine heimliche Liebschaft, ein Techtelmechtel, das keiner wissen soll. Typisch kölsch, klingt lustig und harmlos, obwohl es oft ordentlich Zündstoff birgt. Kommt vermutlich aus dem Französischen, weil Köln historisch viel mit Frankreich zu tun hatte. Wird gern im Karneval benutzt, wenn plötzlich Leute knutschen, die eigentlich vergeben sind.
Verzäll kei Stuss
Heißt so viel wie: Erzähl keinen Quatsch. Eine klare kölsche Ansage, wenn jemand übertreibt, Mist labert oder eine Geschichte zu wild aufbauscht. Stuss ist Unsinn, verzälle ist erzählen. Zusammen ergibt sich der perfekte Spruch, um jemanden freundlich, aber bestimmt auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Am Tresen genauso nützlich wie am Stammtisch.
Pittermännchen
Ein kleines Kölsch-Fass, meistens zehn Liter, das man sich für Partys oder den Stammtisch holt. Benannt nach dem Hahn, dem Pittermann, aus dem man zapft. Gehört in Köln zu jeder anständigen Feier wie der Dom zum Stadtbild. Wer ein Pittermännchen aufmacht, hat Freunde, wer zwei aufmacht, hat eine Party.