Österreich redet anders als Deutschland, und das ist gut so. Hier heißt es Paradeiser statt Tomate, Erdäpfel statt Kartoffel und Sackerl statt Tüte. Das österreichische Deutsch hat seinen eigenen Schmäh, seine eigene Melodie und eine Gemütlichkeit, die man in keinem Duden findet.

Fetzen
Kunzo · Österreich
"Der Fetzen ist das Taschentuch, aber auch ein Schlag ins Gesicht. Einen Fetzen kriegen, heißt geschlagen werden. Im Alltag meist harmlos. Beispiel, er hat gemeint, er zahlt das Bier. Dann hat er gesagt, er hat sein Geld vergessen. Ich habe ihm fast einen Fetzen gegeben. Und dann habe ich doch gelacht."
So a Gschiss
Kunzo · Wien
"Das ist ein Schiss. Das ist Ärger oder Aufregung um nichts. Du kennst es schon aus dem Tirolerischen, aber in Wien hat es noch mal mehr Wut drin. Beispiel, wegen ein Parkpickerl hat er die Polizei gerufen. So ein Schiss. Ich glaub's ja nicht. Alter, fahr doch einfach."
Fisolen
Kunzo · Wien
"Fisolen sind in Österreich grüne Bohnen. Kein Mensch in Wien sagt grüne Bohnen. Fisolen, das klingt nach Oma und Sonntagsmittag. Beispiel, es gab Fisolen mit Erdäpfeln und Eiern. Das war ein Gedicht. Der Enkel hat geschrien, ich mag keine Fisolen. Oma, dann bist du halt selber schuld."
Zach
Kunzo · Wien
"Zarch bedeutet zäh, anstrengend, nervig. Ein Zarcher Tag ist ein Tag, an dem man am liebsten im Bett bleiben würde. Beispiel, oida, heute war so zarch, der Chef hat wieder ein Meeting einberufen, um vier am Nachmittag. Das ist ja fast illegal."

Fisolen

Fisolen sind grüne Bohnen, aber in Österreich sagt das wirklich jeder so, als wär’s das Normalste der Welt. Fisolen klingt nach Sonntag, nach Oma-Küche und nach einem Teller, der dich ohne Drama durchfüttert. Wenn wer in Wien grüne Bohnen bestellt, schaut man kurz, ob die Person eh weiß, wo sie gerade ist.

"Heut gibts Fisolen mit Erdäpfeln und a Spiegelei. Der Enkel raunzt, er mag des ned. Oma: Na dann, selber schuld, host eh Hunger."

Zach

Heißt: anstrengend, zäh, nervig, so ein Tag, der sich zieht wie Kaugummi unterm Schuh. Wenn’s zach is, is alles mühsam: die Arbeit, die Leut, sogar der Weg zur Bim fühlt sich wie ein Hindernisparcours an. Passt perfekt, wenn man granteln will, aber noch Stil hat.

"Oida, heut war so zach, drei Meetings, ka gscheiter Kaffee, und die BIM fährt mir vor der Nasn weg. I sperr mi jetzt ein."

Fetzen

In Österreich kann ein Fetzen ein Taschentuch sein. Außerdem heißt „einen Fetzen kriegen“ eine (meist nur angedeutete) Ohrfeige abbekommen.

"Er hat groß geredet, er zahlt das Bier, und dann hat er sein Geld „vergessen“. I hätt ihm fast an Fetzen gebn, hab dann aber nur glacht."

So a Gschiss

Wenn wegen nix und wieder nix ein riesiges Theater gemacht wird, dann ist das so a Gschiss. Bezeichnet den ganzen unnützen Aufwand, das Drama, die Aufregung um etwas, das es eigentlich nicht verdient hat. Verwandt mit dem bayerischen Gschiss, aber in Tirol hat das nochmal eine extra Portion Genervtheit drin.

"Wegen an kloan Kratzer am Auto hat der Nachbar die Polizei gruefn und an Gutachter bestellt. So a Gschiss wegen nix, i glaubs ja net."

Trottel

Trottel ist das Alltags-Schimpfwort für jemanden, der gerade richtig trottelig unterwegs ist, also verpeilt, ungeschickt oder komplett neben der Spur. Nicht so hart wie Idiot, aber spitz genug, dass es kurz piekst. Passt perfekt nach kleinen Pannen, vergessenen Terminen oder wenn wer zum dritten Mal die falsche Tür nimmt. Hängt mit trotten und trottelig zusammen.

"Ich steh an der Kasse, hab das Portemonnaie daheim gelassen. Der Kumpel: Trottel. Ich: Ey, wenigstens hab ich die Schoki nicht auch vergessen."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut... aber was uns Magikitos richtig abgeht, ist die Leute aus Österreich in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen typischen Ausdruck von dort kennst, schick uns eine Sprachnachricht per WhatsApp mit einem echten Beispiel. Wir fügen ihn zu den Stimmen deiner Gegend hinzu!

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