In Tirol wird so geredet, wie die Berge stehen: fest, kantig und mit einer Schönheit, die man erst auf den zweiten Blick versteht. Hier oben hat jedes Tal seinen eigenen Dialekt.
"Fesch bedeutet hübsch, schick, elegant. Ein fescher Haarware ist ein gutaussehender Mann. Eine fesche Frau ebenso. Also, wer kommt in die Bar mit einem feschen Anzug? Alle schauen, sie. Du schaust aber fesch heute. Ja, ich weiß, sie. Und bescheiden bist du auch."
"Das ist ein Schiss. Das ist Ärger oder Aufregung um nichts. Du kennst es schon aus dem Tirolerischen, aber in Wien hat es noch mal mehr Wut drin. Beispiel, wegen ein Parkpickerl hat er die Polizei gerufen. So ein Schiss. Ich glaub's ja nicht. Alter, fahr doch einfach."
"Ein rechter Schmorn. Schmorn bedeutet Unsinn. Heute habe ich was probiert und es ist komplett schief gegangen. Und ich habe mir gedacht, das ist ja ein rechter Schmorn. Warum habe ich das überhaupt gemacht?"
"Jo scheiße man, ich muss hier erst den ganzen Glump vom Boden wegräumen, bevor wir hier raus können, weil wenn meine Alte sieht, dass hier der ganze Glump noch rumliegt, dann dreht die wieder voll durch, du weißt doch wie die ist man"
So a Gschiss
Wenn wegen nix und wieder nix ein riesiges Theater gemacht wird, dann ist das so a Gschiss. Bezeichnet den ganzen unnützen Aufwand, das Drama, die Aufregung um etwas, das es eigentlich nicht verdient hat. Verwandt mit dem bayerischen Gschiss, aber in Tirol hat das nochmal eine extra Portion Genervtheit drin.
Zipfeklatscher
Eine herrlich derbe Tiroler Beleidigung, die wörtlich übersetzt ziemlich unter die Gürtellinie geht. Wird für jemanden benutzt, der sich besonders dämlich anstellt oder einfach nervt. Hat so eine deftige alpine Direktheit, die in den Bergen halt normal ist. Nicht im Büro verwenden, aber auf der Skihütte nach dem fünften Schnaps absolut angebracht.
Fesch
Heißt: hübsch, attraktiv, geschniegelt, einfach zum Anschauen. Mit fesch kannst du Leute meinen, aber auch Klamotten oder den ganzen Auftritt. Ein fesches Dirndl, ein fescher Bua, ein fescher Haarschnitt, alles, wo’s stimmig ausschaut und ein bisserl Eindruck macht. Klingt oft charmant und leicht flirtig, manchmal auch anerkennend wie: sauber hergerichtet, Respekt.
Schmarrn
Schmarrn ist der bayerische Allzweck-Stempel für Blödsinn, Quatsch und windige Ausreden. Du hörst es als Ausruf So a Schmarrn oder in der Kombi Schmarrn redn, wenn jemand wieder große Geschichten auftischt. Klingt derb, ist aber oft eher genervt-ironisch als richtig beleidigend. Passt im Wirtshaus, im Büro und am Spielfeldrand, sobald einer übertreibt. Wenn’s ganz kurz sein soll, reicht ein trockenes Schmarrn, und jeder weiß Bescheid.
Glump
Glump ist der Sammelbegriff für alles, was rumliegt und eher nach Gerümpel aussieht: alter Krempel, Zeug, Kram. Meist klingt’s abwertend, so nach nix wert und kann weg. Je nach Tonfall geht’s aber auch liebevoll, wenn jemand sein Chaos verteidigt: mei Glump halt. Passt perfekt auf Kellerfunde, Bastelkisten und jedes Kabel, das keiner mehr braucht.