Zwischen Bergen und Mozartkugeln hat sich ein eigener Sound entwickelt. Salzburgerisch ist gemütlich, melodisch und klingt so, als hätte jemand Bayerisch durch die Alpen geschickt.

Fesch
Kunzo · Wien
"Fesch bedeutet hübsch, schick, elegant. Ein fescher Haarware ist ein gutaussehender Mann. Eine fesche Frau ebenso. Also, wer kommt in die Bar mit einem feschen Anzug? Alle schauen, sie. Du schaust aber fesch heute. Ja, ich weiß, sie. Und bescheiden bist du auch."
Gfrast
Kunzo · Wien
"Ein Gfrast ist ein schlimmes Kind oder ein hinterlistiger Mensch, aber meistens lieb gemeint. Es ist dieses Grinsen, das sagt, ich hab was angestellt, aber du kannst mir nicht böse sein. Beispiel, der kleine Gfrast hat mir ein Kaukumis Haarschloss gepickt und dann grinst wie ein Honigkuchenpferd."
Schmarrn
Hanna · Bayern
"Ein rechter Schmorn. Schmorn bedeutet Unsinn. Heute habe ich was probiert und es ist komplett schief gegangen. Und ich habe mir gedacht, das ist ja ein rechter Schmorn. Warum habe ich das überhaupt gemacht?"
narrisch
Hanna · Bayern
"Nahrisch. Heute bin ich richtig nahrisch, weil erst ist der Bus einfach von meiner Nase weggefahren. Dann hat man mein Handy wieder rumgesponnen und ich stehe da wie ein Depp und denke mir nur, ja super, das kann doch heute schon wieder nicht sein. Das kann doch heute schon wieder kein guter Tag werden."
Glump
Marcel · Deutschland
"Jo scheiße man, ich muss hier erst den ganzen Glump vom Boden wegräumen, bevor wir hier raus können, weil wenn meine Alte sieht, dass hier der ganze Glump noch rumliegt, dann dreht die wieder voll durch, du weißt doch wie die ist man"

Fesch

Heißt: hübsch, attraktiv, geschniegelt, einfach zum Anschauen. Mit fesch kannst du Leute meinen, aber auch Klamotten oder den ganzen Auftritt. Ein fesches Dirndl, ein fescher Bua, ein fescher Haarschnitt, alles, wo’s stimmig ausschaut und ein bisserl Eindruck macht. Klingt oft charmant und leicht flirtig, manchmal auch anerkennend wie: sauber hergerichtet, Respekt.

"— Schau dir die im Dirndl an, gell. — Freilich, die is fesch, da fällt ma fast des Bier aus da Hand, so a fesches Madl."

Gfrast

Gfrast ist ein deftiges Dialektwort für ein ungezogenes Kind, einen Lausbuben oder generell wen, der ständig Blödsinn macht. Gesagt wird’s meistens mit Augenrollen, aber oft schwingt ein bisserl Zuneigung mit, weil das kleine Monster halt auch Charme hat. Kann auch für Erwachsene als Schimpfwort taugen, wenn jemand richtig lästig ist.

"— Geh, des Gfrast hat scho wieder die Topfpflanzen ruiniert! — Lass eam, Oida, der Bua grinst dabei so frech, da kannst ned lang bös sein."

Schmarrn

Schmarrn ist der bayerische Allzweck-Stempel für Blödsinn, Quatsch und windige Ausreden. Du hörst es als Ausruf So a Schmarrn oder in der Kombi Schmarrn redn, wenn jemand wieder große Geschichten auftischt. Klingt derb, ist aber oft eher genervt-ironisch als richtig beleidigend. Passt im Wirtshaus, im Büro und am Spielfeldrand, sobald einer übertreibt. Wenn’s ganz kurz sein soll, reicht ein trockenes Schmarrn, und jeder weiß Bescheid.

"— Du, i investier mei Erspartes in Magic-Bohnen, des macht mi reich. — Red koan Schmarrn, kauf da lieber a Brezn und bleib am Boden."

Narrisch

Heißt so viel wie völlig durch den Wind, außer sich. Kann liebevoll sein, wenn jemand vor Freude oder Verliebtheit komplett am Rad dreht, aber auch grantig: I bin narrisch kann genauso gut heißen, dass du gerade richtig sauer bist. Kommt von Narr, also dem Hofnarren. Im Dialekt ein Dauerbrenner, je nach Tonfall Kompliment oder Ansage.

"— I bin narrisch, der FCB haut in da 90. no des Siegtor nei! — Hock di hi, Bua, sonst schmeißt da Wirt di glei raus."

Glump

Glump ist der Sammelbegriff für alles, was rumliegt und eher nach Gerümpel aussieht: alter Krempel, Zeug, Kram. Meist klingt’s abwertend, so nach nix wert und kann weg. Je nach Tonfall geht’s aber auch liebevoll, wenn jemand sein Chaos verteidigt: mei Glump halt. Passt perfekt auf Kellerfunde, Bastelkisten und jedes Kabel, das keiner mehr braucht.

"— Wos is des für a Glump im Kofferraum? — I räum bloß aus, Oida: drei alte Ladekabel, a Toaster und mei Werkzeugkistn."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut... aber was uns Magikitos richtig abgeht, ist die Leute aus Salzburg in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen typischen Ausdruck von dort kennst, schick uns eine Sprachnachricht per WhatsApp mit einem echten Beispiel. Wir fügen ihn zu den Stimmen deiner Gegend hinzu!

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