Berndeutsch ist die gemütlichste Art, Deutsch zu sprechen. Hier hat niemand Stress, nicht mal die Sprache. Alles wird etwas langsamer, weicher und mit viel "ou" und "äu" gesprochen.

Gieu

Ein Bub, ein Junge. Berndeutsch für den kleinen Kerl oder auch als freundschaftliche Anrede unter Männern. Klingt weich und gemütlich, genau wie die Berner Art. Der Gieu kann fünf oder fünfzig sein, im Dialekt bleibt man immer ein bisschen jung. Wird auch gern als liebevolle Bezeichnung für den eigenen Sohn benutzt.

"De Gieu isch scho wieder bim Fussball statt bim Ufzgi mache. Lass ne, de bruucht das. War bi mir gliich als Gieu, und us mir isch au öppis worde."

Gäbig

Praktisch, handlich, angenehm. Wenn etwas gäbig ist, funktioniert es reibungslos und ohne Aufwand. Ein gäbiger Rucksack sitzt perfekt, ein gäbiger Weg ist bequem begehbar, ein gäbiges Werkzeug liegt gut in der Hand. Typisch berndeutsch und schwer zu übersetzen, weil es so viele Nuancen abdeckt: bequem, passend, unkompliziert. Das Gegenteil von umständlich und sperrig.

"Die neui Tasche isch richtig gäbig, passt alles ine und isch nöd z schwer. Besser als das Riesending, wo i immer alles gsuecht ha."

Bettmümpfeli

Es Bettmümpfeli isch de chliini Snack grad vor em Iischlafe, meist öppis Süesses wie Schoggi oder Guetzli. Mümpfeli meint halt es Bissli für zwüschet ine, nur halt am Bett-Rand. Es paar Nüssli gönd au und bi Chind isch das fascht Tradition bevor s’Licht usgoht. Wird daheim oft als mini Belohnig nach em Tag gnutzt. Macht d’Zähn nöd unbedingt glücklich, aber s’Gmüet.

"I ha grad d’Pyjama a, aber ohni Bettmümpfeli gang i nöd. Gib mir es Stückli Schoggi, denn putz i d’Zähn und ab is Bett."

Bitzeli

Heisst im Schwiizerdütsch so viel wie ein bisschen, also nur es chliises Stückli von öppis. Du bruchsch es, wenn du wenig wotsch oder öpper kurz beruhige musch: Bitzeli Geduld, Bitzeli Schoggi, Bitzeli meh Chäs. Klingt mega unschuldig, aber genau drum wird aus em Bitzeli schnell es richtigs Brett.

"Wotsch no es Bitzeli Chäs? Ja, aber nur es chlises Bitzeli, gäll. Er schneidet ab wie en Holzfäller. Ich so: Kolleg, das isch kei Bitzeli meh."

Bräteln

Heisst im Schweizerdeutsch so viel wie grillen, aber eher die lässige Variante draussen: am See, im Wald oder an der Brätlistelle, wo es ein Feuerli hat. Da wird nicht geschniegelt am Gasgrill rumgeschraubt, sondern Wurst und Brot über d Glut ghalte, bis alles nach Rauch und Feierabend riecht. Cervelat ist dabei fast Pflicht.

"Gömmer hüt go brätle am See? I pack d'Cervelat und es paar Schlangenbrot-Teigchugle i. Du nimmsch s'Brot und es Bier, denn wird's gmüetlich."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut... aber was uns Magikitos richtig abgeht, ist die Leute aus Bern in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen typischen Ausdruck von dort kennst, schick uns eine Sprachnachricht per WhatsApp mit einem echten Beispiel. Wir fügen ihn zu den Stimmen deiner Gegend hinzu!

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