Was es bedeutet
Ein kleiner Hocker oder Schemel, auf dem man gerade so sitzen kann. Die Hitsche steht in sächsischen Küchen, Werkstätten und Gärten rum und wird rausgeholt, wenn ein Gast kommt und kein Stuhl mehr frei ist. Klein, wackelig, aber reicht. Typisch für die sächsische Improvisation: Was da ist, wird genutzt.
Verwendungsbeispiele
"Setz disch uff de Hitsche in de Ecke, ich hol dir en Kaffee. Ja, die wackelt e bissel, aber des hält schon. Bin isch ja auch nicht dran kaputtgeganga."
Woher es kommt
Wort des sächsischen Mundartwortschatzes, abgeleitet vom mittelhochdeutschen Verb hutzen (sich kauernd niedersetzen, hocken), attestiert in der ostmitteldeutschen Mundart der Region zwischen Leipzig, Dresden und dem Erzgebirge seit dem siebzehnten Jahrhundert. Die Hitsche bezeichnet den kleinen, oft selbstgezimmerten und leicht wackeligen Hocker der Werkstatt, der Küchenecke oder des Gartenschuppens, der bei plötzlichem Besuch hervorgeholt wird, wenn die regulären Stühle der Küche bereits alle besetzt sind. Das Wort ist Teil des sächsischen Identitätsvokabulars geblieben und wird mit affektuoso-spöttischem Augenzwinkern unter Dialektsprechern weitergegeben.
Deine Stimme zählt
Echte Straßensprache oder haben wir es übertrieben? Stimm ab.