Was es bedeutet
Eine Labertasche redet ohne Pause und checkt nicht, dass alle gedanklich schon auf Fluchtweg sind. Ob Wetter, Staubsauger oder Omas Knie, alles wird kommentiert, bewertet und nochmal aufgerollt. Das Wort ist schön bildlich, wie eine Tasche voll Gelaber, und wird oft scherzhaft benutzt, kann aber auch richtig genervt klingen.
Verwendungsbeispiele
"Mein Kollege ist so ’ne Labertasche, der hat mich in der Kaffeeküche 45 Minuten zugelabert, erst über seinen Staubsauger, dann über die Saugkraft von Beziehungen."
"Die Friseurin in der Schwabinger Filiale ist eine Labertasche von Rang, sie weiß alles über den Bezirk, den Hochzeitsanwalt im dritten Stock und die Hundezüchterin von gegenüber, und der Schnitt dauert deshalb immer mindestens vierzig Minuten länger als geplant."
"Beim Familientreffen ist mein Cousin die Labertasche der Saison, erzählt von seinem neuen Job in München, der Wohnung mit Balkon, dem Carsharing, und das Brot im Korb wird kalt, weil niemand zum Wort kommt um auch nur Salz zu reichen."
Woher es kommt
Aus dem norddeutschen labern, schwatzen, plus Tasche als Bild des Behälters, der überquillt. Die Labertasche ist deshalb das Vorratsglas der ungebremsten Rede: einmal geöffnet, lässt sich der Deckel nicht mehr drauflegen, und der Inhalt schwappt über jedes Gespräch des Tages, vom Pausenbrot bis zur letzten S-Bahn nach Hause.
Andere Arten, es zu sagen
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