Was es bedeutet
„Armleuchter“ ist ein vergleichsweise salonfähiges Schimpfwort für jemanden, der sich dämlich, peinlich oder komplett planlos anstellt. Klingt wie etwas, das in Omas Wohnzimmer an der Wand hängt, trifft aber trotzdem. Gerade weil’s so geschniegelt wirkt, kann man’s auch in Gegenwart von Leuten sagen, ohne gleich komplett auszuflippen. Und der Armleuchter merkt’s manchmal nicht mal.
Verwendungsbeispiele
"Der Kollege drückt aus Versehen Antwort an alle, hängt die Gehaltsliste dran und schreibt noch Liebe Grüße an alle Süßis. Ich: Alter, was ein Armleuchter."
"Der Praktikant der Hamburger Anwaltskanzlei hat den vertraulichen Schriftsatz an die Gegenseite gemailt statt an den Senior Partner, Armleuchter pur, die Stunde danach war im Konferenzraum eine Mischung aus Stille, panischer Recherche und der unausweichlichen Anrufkette bei drei verschiedenen Vorgesetzten der zweiten Etage."
"Mein Schwager auf der Familienfeier in Bremen hat das Geschenk der Schwester vor versammelter Mannschaft als billigen Plastikkram bezeichnet, Armleuchter erster Klasse, die Schwester hat keine Träne vergossen aber drei Stunden später hat sie sein Auto im Parkverbot stehen gelassen ohne Hinweis."
Woher es kommt
Wörtlich der Armleuchter, der mehrarmige Kerzenständer des bürgerlichen Wohnzimmers des neunzehnten Jahrhunderts, der mit seiner geschniegelten Eleganz und der inneren Leere zum Sinnbild des Tölpels mit gepflegtem Auftreten wurde. Die Sprache hat das Wort übernommen als salonfähige Beleidigung für den, der sich peinlich anstellt aber nicht direkt beleidigt werden soll am Sonntagskaffee der Familie.
Andere Arten, es zu sagen
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