Was es bedeutet
Bezeichnung für einen Westdeutschen, der nach der Wende im Osten auftritt wie der wandelnde Bedienungszettel: alles besser wissen, alles erklären, gern mit bei uns im Westen…. Wortmix aus Besserwisser und Wessi, meist spöttisch oder genervt benutzt. Trifft besonders die Sorte, die ungefragt Tipps zu Politik, Arbeit und Alltag raushaut, als hätte 1990 ihm persönlich das Mikro gegeben.
Verwendungsbeispiele
"Kaum kommt er mit bei uns im Westen um die Ecke, erklärt er mir Job, Miete und Dialekt. Ich nick nur und denk: Besserwessi."
"Der neue Filialleiter der Versicherung in Leipzig kommt direkt aus Düsseldorf und benimmt sich wie der typische Besserwessi, erklärt der Bürokauffrau aus Halle wie man in Sachsen Kunden anspricht, korrigiert ihren Dialekt am Telefon, und das Team plant innerlich schon die Kaffeeküchen-Konferenz für nächste Woche."
"Beim Familienfest in Erfurt am Wochenende hat der Schwager aus Frankfurt am Main wieder den Besserwessi rausgehängt, vergleicht zwei Stunden lang Mieten und Schulnoten zwischen Hessen und Thüringen, meine Tante aus Weimar lächelt höflich, mein Onkel schenkt Schnaps nach, und die Diskussion endet bei Sandmännchen am Fernseher."
Woher es kommt
Wortspiel der frühen neunzehnhundertneunziger Jahre aus Besserwisser (jemand der alles besser zu wissen meint) und Wessi (umgangssprachlich Westdeutscher), entstanden in der ostdeutschen Wahrnehmung der Nach-Wende-Jahre zur Bezeichnung des herablassenden Westdeutschen, der nach neunzehnhundertneunzig aus Köln, Hamburg oder Stuttgart in die neuen Bundesländer kam und Einheimischen erklärte wie Job, Miete und Dialekt jetzt richtig funktionieren. Heute bleibt das Wort fest verankert in der ostdeutschen Erinnerungskultur an Leipzig und Halle.
Andere Arten, es zu sagen
Deine Stimme zählt
Echte Straßensprache oder haben wir es übertrieben? Stimm ab.