Stimmen von der Straße
"Euda, das ist Alter. Aber es ist alles. Freude, Wut, Überraschung, Liebe. Du kannst Euda sagen und jeder Wiener versteht genau, was du meinst. Beispiel. Euda, hast du gehört? Der Thomas hat gekündigt. Euda, echt? Euda, das ist ja Wahnsinn. Euda."
"Oida, Oide. Oida, sagt man, wenn man überrascht ist oder genervt ist. Heut hab ich meinen Schlüssel gesucht und der war die ganze Zeit in meiner Jacken und ich bin durch die ganze Wohnung gerannt und hab geschimpft wie ein Depp und dann denk ich mir nur, Oida, das gibt's doch nicht."
Was es bedeutet
Oida ist das Dialekt-Pendant zu Alter und in Wien das absolute Allzweck-Gewürz. Du kannst damit jemanden anreden, dich aufregen, staunen oder einfach nur mitfühlen, alles hängt an Betonung und Blick. Ein langgezogenes Oiiida heißt meist Unglauben, ein kurzes Oida eher Ärger. In der Runde ersetzt es locker drei Sätze und spart dir Energie. Außerhalb Wiens checken’s auch viele, aber im Bewerbungsgespräch lieber nicht gleich fünfmal raushauen.
Verwendungsbeispiele
"— Oida, die Bim is schon wieder weg, i steh seit zehn Minuten da. — Geh, samma ehrlich, heut läuft’s net, kumm ma ins Beisl."
"Oida, schau dir den Sonnenuntergang überm Donaukanal an, so was Schönes habe ich schon ewig nicht mehr gesehen."
Woher es kommt
Geboren aus "Alter", der Anrede unter Hawara, hat Wien dem Wort die Schärfe genommen und ihm dafür tausend Bedeutungen geschenkt. Heute hängt alles an der Länge des Vokals und am Blick, der dazu kommt.
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