Was es bedeutet

Schmäh ist dieses wienerische Gemisch aus Witz, Charme und einem Hauch Grant. Man redet locker, dreht die Worte ein bissl und lässt offen, ob das jetzt Lob, Seitenhieb oder Flirt war. Wenn jemand Schmäh führt, erzählt er Gschichtln, scherzt oder wickelt dich freundlich ein, ohne je ganz ernst zu werden. Funktioniert am besten mit trockenem Blick und perfektem Timing. Und ja, du lachst oft erst später.

Verwendungsbeispiele

"Im Beisl sagt er: — Heast, dein Outfit is ur leiwand. — Aha, Schmäh führst wieder, gell? Trotzdem grinst sie und bestellt noch an Verlängerten."
"Der Herr Karl im Stammbeisl führt einen Schmäh, der ein halbes Jahrhundert alt ist, jeden Donnerstag bestellt er denselben Spritzer, erzählt dieselbe Geschichte und keiner hat je den Mut gehabt, ihm zu sagen, dass wir sie schon kennen."
"Auf der Mariahilfer Straße trifft ein Tourist auf einen Wiener Verkäufer, drei Sätze Schmäh und der Tourist geht mit zwei Sachertorten heraus, von denen er ursprünglich nur eine im Schaufenster bewundert hatte."
Tonfall
Frech Witzig
Wo man es sagt

Woher es kommt

Schmäh kommt vom jiddischen schmé oder schmu, das im neunzehnten Jahrhundert in den Wiener Vorstädten als Bezeichnung für ein cleveres Geschäft, eine listige Drehung oder eine charmante Lüge im Umlauf war. Die Wiener Sprache hat das Wort vom Geschäftlichen ins Gesellige verschoben und ihm den Hauch von Witz, Charme und Lebensphilosophie beigemischt, der ihn heute auszeichnet. Wer Schmäh führt, betreibt also eine soft umschiffte Variante der Wahrheit, mit der Pointe als Verbeugung.

Andere Arten, es zu sagen

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Theorie ist ja schön und gut... aber was uns Magikitos richtig abgeht, ist echte Menschen in ihrem natürlichen Flow zu hören. Deswegen sammeln wir Sprachnachrichten, die uns Leute per WhatsApp schicken, in denen sie den Ausdruck mit einem echten Beispiel aus dem Alltag benutzen!

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