Was es bedeutet
Gscheit ist das bayerische Wort für gescheit und heißt je nach Laune schlau, vernünftig oder einfach ordentlich gemacht. Wenn wer sagt Mach’s gscheit, geht’s weniger um große Weisheit, sondern darum, sauber zu arbeiten und nicht rumzupfuschen. Taugt auch als Verstärker: a gscheite Portion, a gscheiter Ratsch. Kommt oft mit leichtem Grant daher.
Verwendungsbeispiele
"Oida, schraub des Regal ned so hin, mach’s gscheit, sonst kippt’s glei um. I halt, du bohrst, und dann passt’s."
"Mach’s gscheit, hat mei Vater am Telefon vom Garmischer Häusl gesagt, als ich am Sonntagmorgen die Erdäpfel für den Kartoffelsalat des Familienpicknicks im Forst Klausen rüstete, und das bedeutet sauber schälen, gleichmäßig schneiden und nicht alles in einen Topf werfen wie die Nachbarin der unteren Etage."
"Wir haben a gscheite Brotzeit gemacht am Berggipfel der Wendelstein hochfahrt, Brezn vom Bäcker des Dorfplatzes, Obatzda vom Käseladen der Wallnerstraße, zwei Salzgurken vom Wirtshaus der Talstation und ein Krug Helles aus dem mitgebrachten Kühlbeutel mit Eiswürfeln."
Woher es kommt
Gscheit ist die bairische Kontraktion des hochdeutschen Adjektivs gescheit, das selbst aus dem mittelhochdeutschen geschiet hervorgegangen ist, dem Partizip Perfekt von scheiden im Sinn von trennen, unterscheiden. Wer gescheit war, konnte das Gute vom Schlechten unterscheiden und galt deshalb als verständig. Die bayerische Form gscheit hat im Lauf der Jahrhunderte den unbetonten Vokal verschluckt, wie es typisch für die süddeutsche Dialektaussprache ist. Die Schriftstellerin Lena Christ und der Volkssänger Karl Valentin haben gscheit zum festen Wortschatz der bayerischen Identität gemacht, mit jenem typischen Augenzwinkern, das gleichzeitig Lob und Anweisung enthält.
Deine Stimme zählt
Echte Straßensprache oder haben wir es übertrieben? Stimm ab.