Stimmen von der Straße

Joshua · Deutschland
"Sich was trauen heißt, mutig sein. Ich habe lange gezögert, aber dann habe ich mich einfach getraut und genau das war der Moment, der alles verändert hat."

Was es bedeutet

Sich was trauen heißt, an der Schwelle zwischen Zögern und Handeln den Schritt nach vorne wagen, obwohl im Bauch das kleine Beben des Unbekannten noch sitzt. Es ist nicht der spektakuläre Mut des Helden im Film, sondern das stille Hinausgehen des einen Schrittes über die eigene Komfortzone, sei es der erste Sprung vom Drei-Meter-Brett des Schwimmbads, der Anruf beim Vermieter wegen der ungeklärten Nebenkostenabrechnung oder die Begrüßung der neuen Nachbarn der Eckwohnung. Wer sich was traut, gibt der Welt eine kleine Erlaubnis, ihm zu begegnen.

Verwendungsbeispiele

"Ich hab ewig gezögert und dann hab ich mich einfach was getraut und genau das hat alles verändert."
"Mei Tochter hat sich endlich was getraut und die Bewerbung für das Auslandssemester an der Universität von Edinburgh in Schottland eingeschickt, die Schwester der besten Freundin der Hochschule in Heidelberg hat die Empfehlung der Tutorin geschrieben, und das Antwortschreiben des Sekretariats der schottischen Hochschule wird im November erwartet."
"Trau dich was und ruf den ehemaligen Schulkollegen des Gymnasiums von München-Schwabing nach fünfzehn Jahren des Schweigens an, die Telefonnummer steht noch in dem Adressbuch aus Leder vom Reisen ins Familien-Studentenwohnheim, und die Kindheitsfreundschaft der Klasse Acht der Schule des Sankt-Anna-Klosters verdient eine zweite Chance der Erwachsenenjahre."
Tonfall
Bewundernd Zärtlich
Wo man es sagt

Woher es kommt

Sich was trauen ist die reflexive Konstruktion des Verbs trauen, das im althochdeutschen truwen das Bekenntnis der Treue zum Lehnsherrn meinte, später im mittelhochdeutschen trūwen das Vertrauen in die eigene Fähigkeit ausdrückte. Die moderne Bedeutung des Sich-Mutes konsolidierte sich im neunzehnten Jahrhundert in der Erziehungsliteratur des deutschen Bildungsbürgertums, mit Pädagogen wie Friedrich Fröbel und Johann Heinrich Pestalozzi, die das Sich-was-Trauen als Säule der kindlichen Persönlichkeitsentwicklung beschrieben.

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