Was es bedeutet
Ein Streber ist der ewige Musterschüler, der immer die Hausaufgaben hat, in der ersten Reihe sitzt und die Hand schon hebt, bevor die Frage zu Ende ist. Steckt drin das Streben, das übertriebene Nach-oben-Wollen. Auf dem Schulhof ist es ein Spottwort, halb Neid und halb Genervtsein, für den, der es allen zu recht machen will.
Verwendungsbeispiele
"Klar hat der Streber wieder eine Eins geschrieben, der hat schon in den Ferien den ganzen Stoff vom nächsten Halbjahr durchgearbeitet."
"Mei Tochter hat den klassischen Streber des Englischkurses des Gymnasiums in München-Schwabing aufgespürt, der Junge mit der adretten Hemdsärmelfaltung sitzt in der ersten Reihe, hat die Hausaufgabe immer drei Tage im Voraus fertig und korrigiert mit einer feinen Genugtuung die kleinen Fehler der Lehrerin an der Tafel."
"Der neue Streber der Werbeagentur in Hamburg-Sankt Georg ist ein Phänomen, kommt am Montagmorgen um halb acht ins Großraumbüro, lädt drei Mind-Maps auf dem Server hoch, schickt vier Zusammenfassungen der Konkurrenzanalyse per Mail, und der Chef hat ihm bereits den Vertrag der Verlängerung der Probezeit angeboten."
Woher es kommt
Streber ist abgeleitet vom Verb streben, das im mittelhochdeutschen streben das energische Sich-Bewegen nach oben oder nach einem Ziel bezeichnete. Das Substantiv Streber kam in den siebziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts in der deutschen Bildungsgesellschaft des Kaiserreichs auf, als der gymnasiale Wettbewerb um die besten Noten in den höheren Schulen die Figur des übermäßig ehrgeizigen Schülers hervorgebracht hat. Die abwertende Konnotation hat sich im Lauf des Wilhelminischen Kaiserreichs und der Weimarer Republik verfestigt, und der Streber ist seither feste Karikatur der deutschen Schulkultur, von den Karikaturen Heinrich Zilles bis zu den Kinderbüchern der Sechziger Jahre.
Andere Arten, es zu sagen
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