Was es bedeutet
Wenn ein Schweizer richtig reinhängt, dann chrampft er. Heißt so viel wie hart arbeiten, sich den Buckel krumm machen, richtig ranklotzen. Kommt vom Wort Krampf, und ja, manchmal fühlt sich Arbeit auch genau so an. Die Schweizer haben das Schuften quasi zur Kunstform erhoben, und chrampfe ist der passende Soundtrack dazu.
Verwendungsbeispiele
"De Markus het wieder die ganzi Nacht durchgechrampft, will er s'Projekt unbedingt vor em Wuchenend fertig ha. Jetzt schlaeft er am Schreibtisch."
"De Markus vom Architekturbüro der zweiten Etage des Bürogebäudes an der Bahnhofstrasse der Zürcher Innenstadt het wieder die ganzi Nacht durchgechrampft von Mittwoch auf Donnerstag, will er s'Projekt der neuen Banking-Fassade des Paradeplatzes unbedingt vor em Wuchenend fertig ha für d'Präsentation am Freitagmorge um achti, jetzt schlaeft er am Schreibtisch der ersten Reihe der Glastrennwand des Großraumbüros mit em Kopf uf dr Tastatur des Macbook Pro."
Woher es kommt
Vom schwyzerdütschen Verb chrampfe (hart arbeiten, sich abrackern), abgeleitet vom hochdeutschen Krampf (schmerzhafte Muskelkontraktion), in der Schweizer Mundart der Deutschschweiz seit dem neunzehnten Jahrhundert mit der übertragenen Bedeutung der körperlich anstrengenden Arbeit verwendet. Das Schweizer Arbeitsethos der hartnäckigen Pflichterfüllung hat den Begriff zum positiv konnotierten Synonym des disziplinierten Schuftens erhoben, im Gegensatz zur deutschen Krampfarbeit mit ihrer leicht negativen Färbung, und der Begriff chrampfe gehört heute zum festen Wortschatz der Schweizer Berufstätigen vom Bauhandwerker am Zürichberg bis zur Bankangestellten an der Bahnhofstrasse der Genfer Innenstadt.
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