Stimmen von der Straße

Kunzo · Wien
"Hudeln heißt etwas übereilt, schlampig machen. Der echte Wiener sagt, ned hudeln, also lass die Zeit oder nicht schlampen. Beispiel, er hat seine Präsentation gehudelt. Der Chef hat gesagt, warum ist da ein Rechtschreibfehler? Oida, weil er gehudelt hat, ganz einfach."

Was es bedeutet

Hudln heißt: was schlampig, hektisch, halb fertig machen, weil man’s pressiert und der Kopf schon beim nächsten Ding is. Oft kommt gleich die Ermahnung dazu: ned hudeln, also mach’s gscheit und mit Ruhe. Ein Wort wie ein erhobener Augenbrauen-Blick von jemandem, der’s schon tausendmal gesehen hat.

Verwendungsbeispiele

"Er hat die Präsentation so ghudelt, da war Comic Sans drin und a Rechtschreibfehler pro Zeile. Der Chef war kurz vorm Explodieren."
"Ned hudeln, hat der Opa immer gesagt beim Werkeln in der Garage, sonst landet die Schraube schief und im Frühjahr fällt dir das Dachfenster auf den Kopf."
"Die Tortenglasur hat sie wieder ghudelt, die ganze Schoko liegt am Boden vom Kuchenteller und die Schwiegermutter macht ein Gesicht wie drei Kreuze hintereinander."
Tonfall
Ironisch Genervt
Wo man es sagt

Woher es kommt

Wienerisch und ostösterreichisch für hudeln, mit Wurzeln im Hudel, dem Lumpen oder Putzlappen. Etwas zu hudeln war früher die Arbeit mit dem Lumpen schnell und schlampig erledigen, der Wiener Schmäh hat aus dem Lappen ein Verb gemacht und es bis ins Büro und in die Werkstatt mitgenommen.

Andere Arten, es zu sagen

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