Was es bedeutet

Ordnungsfimmel heißt, dass jemand Ordnung nicht nur mag, sondern sie wie ’ne Religion lebt. Alles muss geschniegelt, sortiert und am besten nach System abgelegt sein, sonst juckt’s in den Fingern. Da wird geräumt, gewischt und neu ausgerichtet, bis selbst der letzte Krümel aufgibt. Für Betroffene ist Chaos ein Angriff, für Mitbewohner oft ein leises Dauerstöhnen.

Verwendungsbeispiele

"Bei Tim stehen die Gewürze alphabetisch, Socken nach Grauton. Stell ich die Fernbedienung schief hin, zückt er schon das Mikrofasertuch und seufzt."
"Mein Mitbewohner hat Ordnungsfimmel auf einem Niveau, das selbst meine Mutter beeindruckt, alphabetische Bücher, Tassen nach Farbe und ein Schubladen-System für die Stifte am Schreibtisch."
"Beim Einzug ins neue Büro fiel Klaras Ordnungsfimmel sofort auf, sie hat die Kabel mit Klett verbunden und die Tastatur exakt zwei Zentimeter vom Bildschirmrand entfernt platziert."
"Lass bei Jana bloß nicht den Kassenbon auf der Arbeitsplatte liegen, ihr Ordnungsfimmel startet sonst direkt den Putz-Endgegner-Modus."
"Der Typ hat so einen Ordnungsfimmel, der richtet im Hotelzimmer erst mal die Schuhe parallel aus, bevor er überhaupt aufs Bett fällt."
Tonfall
Ironisch Witzig Bewundernd

Woher es kommt

Das Wort ist ganz klassisch gebaut aus Ordnung und Fimmel. Fimmel meint im Deutschen so eine übersteigerte Marotte oder fixe Angewohnheit. Ordnungsfimmel ist also keine hippe Neuerfindung, sondern ein transparentes Kompositum für diesen Drang, dass alles geschniegelt, sortiert und bitte schön am richtigen Platz sitzt.

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