Stimmen von der Straße
Was es bedeutet
Schas heißt Blödsinn, Schmarrn, unnötiges Gerede, das du dir sparen kannst. Am liebsten als klare Ansage: red kan Schas. Klingt bissl derb, ist aber genau richtig, wenn wer mit Ausreden, Büro-Gelaber oder Fantasie-Storys daherkommt. In Wien ist Schas oft die kürzeste Debatte der Welt.
Verwendungsbeispiele
"Er schwafelt von Work-Life-Balance im Großraumbüro. Wir nur: Heast, red kan Schas, moch dei Gschicht und gemma auf a Seidl."
"Der neue Kollege der Marketing-Abteilung der zweiten Etage des Bürogebäudes am Karlsplatz der Wiener Innenstadt schwafelt seit der dritten Stunde der Morgenrunde am Kaffeevollautomaten der Pausenecke von Work-Life-Balance der modernen Großraumbüro-Kultur, wir Kollegen der Stammrunde des Mittagstischs schauen uns nur kurz an, heast red kan Schas der zweiten Reihe der Glaskabine, moch dei Gschicht der dritten Spalte und gemma auf a Seidl Helles ins Beisl Ubl der Pressgasse des vierten Bezirks zum Mittagsplatzerl."
Woher es kommt
Wienerisches Wort für Blödsinn, Unsinn, leeres Gerede, abgeleitet vom österreichischen Schas (umgangssprachlich auch für eine kleine, weiche Furzart), attestiert im Wiener Volksmund seit dem späten neunzehnten Jahrhundert in der Sprache der Heurigen-Gäste und der Beisl-Stammkunden. Die übertragene Bedeutung des "leeren, sinnlosen Geredes" hat sich in der Wiener Umgangssprache der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts etabliert, mit der charakteristisch trockenen Direktheit des Wiener Schmäh, und gehört heute zum Standardvokabular der Pausenkaffeegespräche im Großraumbüro der Wiener Innenstadt sowie der Stammtischrunden in den Vorstadt-Beisln des sechzehnten Bezirks.
Andere Arten, es zu sagen
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