Stimmen von der Straße
"Schwitzen heißt nervös sein. Ich stand vor meinem Vortrag und ich habe richtig geschwitzt, wie in einer Sauna. Hände kalt, Kopf leer, aber sobald ich angefangen habe zu reden, ging es plötzlich easy."
Was es bedeutet
Schwitzen heißt im Slang: nervös sein, richtig Lampenfieber schieben. Hände kalt, Kopf leer, Herz macht Techno und du fühlst dich wie Sauna, obwohl du stillstehst. Benutzt man vor Vorträgen, Prüfungen, Dates oder wenn gleich alle Augen auf dich gehen. Danach wird’s oft plötzlich easy, sobald man anfängt.
Verwendungsbeispiele
"Kurz vorm Referat guck ich auf die Folien und merk nur, ich schwitz komplett, aber sobald ich losrede, läuft’s auf einmal."
"Vor dem mündlichen Abitur in Geschichte habe ich richtig geschwitzt, die Hände waren feucht, mein Mund war trocken, und der Geschichtslehrer hat mir den ersten Blick zugeworfen, der eindeutig sagte, kein Problem, ich auch."
"Mein Bruder schwitzt jedes Mal, wenn er die Schwiegereltern beim Sonntagskaffee abholt, schon eine Stunde vorher prüft er das Hemd, den Blumenstrauß, den Tankstand und die Aufzugknöpfe in der Wohnanlage in München-Bogenhausen."
Woher es kommt
Schwitzen geht auf das althochdeutsche swizzon zurück, das die körperliche Reaktion auf Hitze und Anstrengung beschreibt. Der figurative Gebrauch für die nervöse Anspannung ist seit dem achtzehnten Jahrhundert belegt, vor allem in der Theatersprache der Frankfurter und Berliner Bühnen, wo Schauspieler vor der Premiere schwitzten ohne körperlich zu erhitzen. Die moderne Jugendsprache hat den Begriff in den nuller Jahren des einundzwanzigsten Jahrhunderts vom Drehbuchdialog ins WhatsApp-Chat geschoben, wo er heute jede Form von emotionaler Hitze vor Prüfungen, Dates und Vorträgen abdeckt.
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