Stimmen von der Straße
Was es bedeutet
Sich zum Deppen machen heißt, freiwillig oder versehentlich die Bühne des öffentlichen Spotts zu betreten und sich auf eine Weise zu blamieren, die noch zwei Wochen später beim Schwiegervater am Tisch wieder hochkommt. Der Depp ist im Bayerischen jener gutmütige, leicht trottelige Charakter aus dem dörflichen Volkstheater, und wer sich aus eigenem Zutun in dieses Kostüm steckt, hat sich den Titel ehrlich verdient. Das Gefühl danach ist die klassische Mischung aus Lachen über sich selbst und stiller Beschwörung, dass es niemand gefilmt hat.
Verwendungsbeispiele
"Ich hab jemandem zugewunken und dann gemerkt, das war gar nicht die Person. Komplett zum Deppen gemacht."
"Ich hab mich beim Karaoke im Hofbräuhaus zum Deppen gemacht, hab das Lied von Helene Fischer in einer Tonart angefangen, in der nicht mal Frösche atmen können, und der ganze Saal hat mitgesungen, um mich vor mir selbst zu retten."
"Mei Kollege macht sich beim Sommerfest vom Sportverein in Garmisch jedes Jahr zum Deppen, dieses Mal hat er den Krug Weizen über die Schwiegermutter geschüttet und ist im Trachtenhemd ins Forellenbecken geklettert."
Woher es kommt
Depp ist ein Wort des südbairischen und österreichischen Sprachraums, abgeleitet vom mittelhochdeutschen tappe für die linkische Hand, die zugleich das tölpelhafte Wesen bezeichnete. Im sechzehnten Jahrhundert tauchte der Depp als Bühnenfigur in den oberbairischen Krippenspielen auf, immer in der Rolle des gutmütigen Tölpels, der das Lachen des Publikums auf sich zog. Die Wendung sich zum Deppen machen ist im Münchner Volkstheater des neunzehnten Jahrhunderts dokumentiert und seither fester Bestandteil des bayerischen Wortschatzes.
Andere Arten, es zu sagen
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