Stimmen von der Straße
"Die Trafik ist der Tabakladen, dort gibt es Zigaretten, Zeitschriften, Lotto und den Klatsch der Nachbarschaft. Die Trafikantin weiß immer alles. Beispiel, in der Trafik hat es geheißen, der Huber ist gestorben. Ja, sagt sie, ich hab's schon gewusst. Die wusste immer alles, drei Tage vorher."
Was es bedeutet
Tabakladen in Österreich, kleiner Laden an der Ecke, wo es Zigaretten, Zeitungen und Lotto gibt, und sehr oft auch den frischen Nachbarschaftstratsch dazu. Die Trafik ist mehr als ein Verkaufspunkt, sie ist der Treffpunkt zwischen Bäckerei und Apotheke, wo die Wienerinnen ihre tägliche Dosis Information abholen und zwei nette Worte mit dem Trafikanten austauschen, der seit dreißig Jahren hinter dem Tresen steht.
Verwendungsbeispiele
"In der Trafik hat’s geheißen, der Huber ist gestorben."
"In der Trafik um die Ecke vom Naschmarkt erfährst du um sieben Uhr, wer am Wochenende geheiratet hat, wer die Mietverträge nicht verlängert bekommt und ob der neue Schwiegersohn vom Stadlhuber wirklich aus Linz oder aus Kärnten kommt."
"Frau Müllner steht jeden Morgen um sechs in der Trafik in der Josefstadt, holt sich ihre Kronen Zeitung, zwei Lottokarten und das halbe Programm vom Stadttheater, das der Trafikant zwischen den Zeilen mitliefert."
Woher es kommt
Aus dem italienischen traffico und französischen trafic für Handel, im neunzehnten Jahrhundert in die österreichische Amtssprache übernommen für den staatlich konzessionierten Tabakladen. Der Begriff hat sich nur südlich der bayerischen Grenze gehalten, und die Trafik wurde im Lauf der Jahrzehnte mehr Tratschzentrale als reine Verkaufsstelle für Zigaretten und Zeitungen.
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