Was es bedeutet

Wörtlich ist Chabis einfach Weisskohl, aber in der Schweiz sagt man das, wenn etwas totaler Blödsinn oder Quatsch ist. Quasi das schweizerische "Unsinn", nur mit mehr Charakter. Kann sich auf Aussagen beziehen, auf Situationen oder auf das Verhalten von Leuten, die gerade kompletten Stuss von sich geben. Wird gern mit einer wegwerfenden Handbewegung kombiniert.

Verwendungsbeispiele

"Was der Markus da am Stammtisch verzellt hat über seine Börsenerfolge, das isch doch alles Chabis, der hät nöd mal es Aktiendepot."
"Was der Onkel beim Apéro im Berner Restaurant über die Steuern erzählt hat, war reinster Chabis, fünf Behauptungen ohne eine einzige Quelle und ein Gesicht, das jedem Politiker das Wahlplakat neidisch machen würde."
"Hör auf, mir Chabis zu erzählen, das Tram fährt heute nicht, weil wir Sonntag haben und die Linie acht wegen der Baustelle vor dem Hauptbahnhof bis kommenden Mittwoch eingestellt ist, das steht auf der App."
Tonfall
Witzig Abwertend
Wo man es sagt

Woher es kommt

Chabis ist das schweizerdeutsche Wort für Weisskohl, abgeleitet vom mittelhochdeutschen kabuz, das selbst auf das italienische capuccio zurückgeht. Im Schweizer Bauernhaushalt war der Weisskohl jahrhundertelang das billigste, häufigste und am wenigsten begehrte Wintergemüse, was im neunzehnten Jahrhundert die Bedeutungsverschiebung in Richtung Unsinn und Quatsch begünstigt hat. Der einfachen Kohlkopf ist im schweizerischen Sprachgebrauch zum Synonym für gedankenloses Geschwafel geworden, und die wegwerfende Handbewegung beim Aussprechen ist beinahe Pflicht.

Andere Arten, es zu sagen

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