Dein Warenkorb: 0,00 €

Stimmen von der Straße

Kunzo · Wien
"Eigentlich ist das Lieblingswort des zögernden Wieners. Eigentlich eh ist eine doppelte Verneinung der Entscheidung. Beispiel: Magst noch ein Bier? Eigentlich eh, aber müsst ich eigentlich heim, aber eigentlich eh. Also ja oder nein oder ich weiß nicht, das ist so eine Sache."

Was es bedeutet

Eigentlich ist das Lieblingswort vom inneren Zauderer. Es klingt nach Entscheidung, ist aber oft nur Nebel. Eigentlich eh ist die Wiener Spezial-Combo: ja, nein, vielleicht, und alles gleichzeitig. Du sagst es, wenn du dich nicht festnageln lassen willst, wenn du höflich absagen willst oder wenn du selber nicht weißt, was du grad willst. Ein Wort wie ein Kreisel.

Verwendungsbeispiele

"Magst no a Krügerl? Eigentlich eh, aber eigentlich muass i morgen früh raus. Eigentlich, oida, bring trotzdem, i pack das."
"Eigentlich wollte ich heute lernen, eigentlich, aber dann kam halt was dazwischen."
"Kommst du mit? Eigentlich schon, sagt sie, und genau da weißt du, sie kommt nicht."
"Eigentlich bin ich eh schon am Weg, heißt übersetzt: Der sitzt noch daheim in Jogginghose."
"Fragst ihn, ob er fix zusagt, und er so: eigentlich schon. Ja super, also wieder dieses Vielleicht mit Tarnkappe."
Tonfall
Ironisch Witzig

Woher es kommt

Eigentlich kommt vom Adjektiv eigen und meinte früher sowas wie im eigentlichen Sinn, also wirklich, genau genommen. Im Alltag ist das dann herrlich weich geworden. Heute markiert es oft keinen festen Kern mehr, sondern eher ein sprachliches Rumgeeier zwischen ehrlich gemeint, halb zurückgerudert und noch nicht entschieden.

Andere Arten, es zu sagen

Editoren dieses Begriffs

Deine Stimme zählt

Echte Straßensprache oder haben wir es übertrieben? Stimm ab.

Um diesen Ausdruck kümmern wir uns gemeinsam

Wenn man ihn bei dir sagt und hier etwas fehlt, bring es mit. Ein Magikito schaut es an und ergänzt es.

  • Ein Beispiel
  • Deine Ecke
  • Deine Stimme
Bearbeiten oder ergänzen

Einen Moment: bestätige, dass du ein Mensch bist