Stimmen von der Straße

Kunzo · Wien
"Freilich heißt natürlich oder selbstverständlich. Ein bisschen altmodisch, aber charmant. Der Wiener sagt freilich, wenn er etwas betonen will. Beispiel? Kannst du mir helfen? Freilich, sagt er, aber erst nach der Jause, also in zwei, drei Stunden. Vielleicht. Freilich eh."

Was es bedeutet

Freilich heißt natürlich, eh klar, selbstverständlich, aber mit einem Hauch Altwien und Schmäh. Es klingt freundlich, manchmal ironisch, und es kann sogar eine kleine Verzögerung verstecken. Freilich sagt wer, der zustimmt, aber nicht unbedingt sofort lossprintet. Es ist das Wort, das dir ein Ja gibt und dir gleichzeitig sagt: lass ma gmiadlich.

Verwendungsbeispiele

"Kannst ma kurz helfen? Freilich, aber erst nach der Jause. I bin ja ned auf der Flucht, oida, passt eh."
"Kommst du Sonntag mit zum Heurigen in Grinzing? Freilich, aber erst nach der Messe in Hietzing, und mit der Tante Helga, die hat seit Wochen das Konzert mit dem Zithersolisten erwartet."
"Hilfst du mir am Samstag beim Umzug der Couch in den dritten Stock ohne Lift? Freilich, aber bring den jungen Nachbarn mit, der hat Schulter wie ein Türsteher im Volksgarten."
Tonfall
Liebevoll Ironisch
Wo man es sagt

Editoren dieses Begriffs

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