Was es bedeutet
Dialektform von gemütlich, aber mit mehr Bauchgefühl. Wenn’s gmiatlich ist, passt der ganze Vibe: warmes Licht, kaltes Bier, entspannte Leut und null Hektik. Du sagst es über Orte, Abende oder Menschen, bei denen man sofort runterkommt. In Wien hörst auch oft die Schreibweise gmiadlich. Klingt schon beim Aussprechen wie Tempo rausnehmen.
Verwendungsbeispiele
"Gemma zum Wirtn ums Eck, da is gmiatlich: Holzbank, Radi leise, a Helles, und keiner stresst, während da Sepp seine Starkbier-Gschicht auspackt."
"Gemma zum Wirtn ums Eck der Müllerstraße in München-Schwabing, da is gmiatlich richtig: Holzbank an der Wand, Radio leise am Tresen, ein Helles im Maßkrug, und keiner stresst, während der Sepp seine Starkbier-Geschichte vom Oktoberfest neunzehnneunundachtzig auspackt mit seinem klassischen Lächeln."
"Beim Heurigen in Grinzing am Stadtrand von Wien sitzen die Wiener Stammgäste auf der Holzbank im Innenhof unter den Weinreben, der Wirt schenkt den Grünen Veltliner direkt aus dem Krug, die Wienerin am Nebentisch erzählt der Schwester von der Reise nach Triest, und alles is einfach so richtig gmiatlich am Freitagabend."
Woher es kommt
Mundartliche Variante des hochdeutschen gemütlich, im bayerischen und österreichischen Sprachraum seit Jahrhunderten verkürzt zu gmiatlich oder gmiatla durch den typischen Vorsilbenabbau und die mundartliche Vokalverkürzung der süddeutschen Sprache. Das Wort beschreibt nicht nur die räumliche Behaglichkeit des Wirtshauses am Tegernsee oder des Heurigen in Grinzing, sondern auch das soziale Klima der entspannten Runde, in dem die Zeit langsamer vergeht und keiner pünktlich zur Verabschiedung schaut, weder am Stammtisch noch am Sonntagsspaziergang.
Andere Arten, es zu sagen
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