Was es bedeutet
Grüessech ist einfach ein freundliches Hallo auf Berndeutsch. Das sagst du im Laden, am Telefon oder unterwegs, wenn dir jemand entgegenkommt. Es klingt ruhig, höflich und null auf Show aus. Eher ein warmer Alltagsgruß mit Berner Schritttempo als ein grosses Tamtam.
Verwendungsbeispiele
"— Grüessech, Herr Meier, chöit Si mir schnell säge, wo d Tram is Zentrum fahrt? — Klar, grad det hinde, nid hudle."
"Grüessech mitenand, lacht der Bäcker am Berner Bahnhof Wankdorf, wenn um halb sieben die ersten Pendler vor seine Auslage treten und nach dem Buttergipfel mit Hagebuttenkonfitüre fragen."
"Auf dem Bauernmarkt am Bundesplatz hört man jeden Samstag ein freundliches Grüessech vom Stand der Bäuerin aus dem Emmental, die seit zwanzig Jahren immer dieselben Berner Platte und dieselben Witze für die Stammkunden bereit hält."
"Grüessech, heit dir no es halbs Züpfe, oder isch scho alles wäg?"
"Am Dorfkiosk säit d Frau hinterem Tresen jedes Mal es weiches Grüessech, dass dir grad d Schultere abehei."
Woher es kommt
Grüessech hängt mit der älteren höflichen Grußform ich grüsse Euch zusammen. Im Schweizerdeutschen, besonders im Raum Bern, hat sich das über lange Zeit lautsprachlich verdichtet und als fester Alltagsgruß eingependelt. Das ist also kein neuer Szenespruch, sondern gewachsene Dialekttradition aus der Deutschschweiz.
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