Was es bedeutet
Nägeli heisst im Berndeutsch meistens die Nelke als Blume, oft als kleines Strüssli vom Märit. Das -li macht’s automatisch handlich und herzig, wie bei so vielem im Dialekt. Wenn’s ums Gewürz geht, sagt man zur Klarheit oft Gwürznägeli. Praktisch, weil sonst am Schluss Nelken im Glühwein schwimmen, statt im Väsli zu stehen.
Verwendungsbeispiele
"— I ha der vom Märit es paar rosaroti Nägeli mitbrunge, nur so. — Ui merci, jetz isch mis Wohnzimmer grad e chli fröhlicher."
"I ha no es Strüssli Nägeli bim Bumehändler gholt, die mache grad es liechts Fröideli i dr Stube."
"Tue no zwei Gwürznägeli i d Pfanne, susch schmöckt d Sauce chli lahm."
Woher es kommt
Nägeli ist die berndeutsche Diminutivform zu Nagel. Das Wort hängt an der älteren Bezeichnung Nelke, die wegen der nagelartigen Blütenknospe sprachgeschichtlich mit Nagel verknüpft ist. Im Dialekt lebt das hübsch verkleinert weiter als Nägeli. Für das Gewürz sagt man oft extra Gwürznägeli, damit niemand die Blumenvase mit dem Glühwein verwechselt.
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