Stimmen von der Straße
"Sich einen Kopf machen, das heißt, sich Sorgen zu machen. Ich habe mir die ganze Zeit einen Kopf gemacht, was passieren könnte. Am Ende alles halb so wild, aber die Gedanken vorher waren echt anstrengend."
Was es bedeutet
Sich einen Kopf machen heißt, im eigenen Schädel ein kleines Echolot anschalten und so lange dieselbe Sorge hin und her schicken, bis Schlaf, Bauchgefühl und gesunder Menschenverstand kapitulieren. Es ist das Grübeln mit Vollausstattung, das Gedankenkarussell, das nicht stehenbleibt, obwohl der Anlass längst seinen Hut nimmt. Klassische Begleiterscheinung von Bewerbungen, Erstgesprächen, neuen Beziehungen und Antworten, die am gleichen Tag noch nicht eingegangen sind.
Verwendungsbeispiele
"Vor dem Gespräch hab ich mir voll den Kopf gemacht, am Ende war’s halb so wild."
"Ich hab mir die ganze Nacht einen Kopf gemacht wegen der Mail an die Chefin, am Ende war die Antwort harmlos und ich hab den Wecker durch das Wachliegen sowieso überhört, klassisch."
"Mach dir keinen Kopf wegen der Schwiegerfamilie an Ostern, sie zählen die Ostereier nicht und sie zählen auch nicht, wer welche bringt, sie zählen nur den Kuchen und davon hast du zwei Bleche dabei."
Woher es kommt
Die Wendung sich einen Kopf machen ist ein modernes Idiom des deutschen Alltagsdeutsch, das seit den siebziger Jahren in Familien-, Studenten- und Bürogesprächen kursiert. Anders als die ältere und buchnahe Formel sich Gedanken machen klingt die Variante mit Kopf saloppen und körperlicher: nicht abstrakte Gedanken, sondern der ganze Schädel ist beteiligt. Sprachlich ist sie inzwischen so weit verbreitet, dass sie 2017 ihren Platz im Duden bekommen hat.
Andere Arten, es zu sagen
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