Was es bedeutet
Kieken heißt schlicht schauen oder gucken, oft mit ’nem Hauch Neugier, so ein kurzes Rübergucken. In der Berliner Schnauze sagt man eher Ick kiek als ich gucke. Der Zuruf Kiek ma! ist wie ein verbales Fingerzeigen: Augen auf, da passiert was. Kommt aus dem Niederdeutschen, deshalb klingt’s so schön nordisch.
Verwendungsbeispiele
"— Kiek ma, im Späti gibt’s noch kalte Mate. — Ick kiek doch, du Nase, aber erst hol ick mir ’ne Schrippe, dann glotz ick mit."
"Kiek ma, wer da um die Ecke kommt, damit hab ich nun gar nicht gerechnet."
"Ick kiek nur kurz bei dir rein, dann muss ick aber gleich weiter zur Bahn."
"Kiek doch mal aufs Display, dein Akku macht schon wieder den letzten Atemzug."
"Wir wollten nur kurz in den Laden kieken und standen zwanzig Minuten später immer noch vorm Regal rum."
Woher es kommt
Kieken ist altes niederdeutsches Erbe und bedeutet dort schon lange einfach gucken oder schauen. Von da aus hat sich das Wort vor allem im Norden gehalten und ist in Berlin fest in die Schnauze eingebaut worden. Darum klingt ick kiek so schön nach Straße, Ecke und direkt hingeworfener Aufmerksamkeit.
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