Was es bedeutet
Der heimliche oder halb-offizielle Flirt in Kur oder Reha. Eigentlich bist du wegen Rücken, Knie oder Seele da, und zack sitzt beim Abendtee jemand, der dich öfter anstrahlt als der Chefarzt. Diese Person ist dein Kurschatten. Meist harmlos und ein bisschen Herzklopfen, manchmal wird’s Mini-Drama. Der Klassiker dazu: Was in der Kur passiert, bleibt in der Kur.
Verwendungsbeispiele
"Opa kommt von der Kur zurück und grinst wie Teenie. Oma: Na, hattest du ’nen Kurschatten? Opa: Nur ’ne Dame aus der Wassergymnastik."
"Oma kam von der Kur zurück und hat drei Wochen lang verträumt von ihrem Kurschatten Helmut aus dem Schwarzwald erzählt."
"In der Reha hat sie plötzlich jeden Abend länger beim Tee gesessen. Klarer Fall, sie hatte da ihren Kurschatten."
"Er wollte eigentlich nur Anwendungen und Ruhe, aber nach Woche zwei war die ganze Station überzeugt, dass er einen Kurschatten hat."
"Kaum war Mutti in der Reha, kannte sie plötzlich die Frühstückszeiten von einem Herrn ganz genau. Wir so: Aha, da läuft wohl ein Kurschatten mit Puls."
Woher es kommt
Kurschatten ist im Deutschen seit längerer Zeit belegt und ein schön durchsichtiges Kompositum aus Kur und Schatten. Gemeint ist die Person, die dir während einer Kur oder Reha ständig in der Nähe auftaucht, mitflirtet oder emotional an dir klebt. Das Wort wird fast immer augenzwinkernd und leicht nostalgisch benutzt.