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Abblitzen
Marcel · Deutschland
"Abblitzen bedeutet, dass jemand eine Abfuhr bekommt. Beispiel: Mein Freund wollte die Nummer von einer Frau und sie hat ihn freundlich abblitzen lassen. Aber er hat's so charmant genommen, dass wir später alle darüber lachen mussten."

Abblitzen

Abblitzen heißt, du holst dir ’ne Abfuhr, meist bei Flirt oder Anfrage. Du fragst nach Nummer, Date oder irgendwas, und die andere Person sagt freundlich nein, aber eindeutig. Das Ding ist: es kann wehtun, muss aber nicht peinlich enden, wenn man’s mit Humor nimmt und nicht rumkrampft.

"Er hat nach der Nummer gefragt und ist freundlich abgeblitzt, hat dann aber so locker gelacht, dass die ganze Runde später noch drüber gegrinst hat."

Anbaggern

Jemanden anbaggern heißt, ziemlich direkt und oft etwas plump zu flirten oder jemanden anzumachen. Da kommen gern Sprüche, die mehr Holzhammer als Poesie sind: Hauptsache, der Versuch sitzt. Je nach Situation wirkt’s charmant oder einfach nur creepy. Subtilität ist selten, dafür ist der Vibe schnell klar: Interesse, aber mit Brechstange.

"Am Bahnhof sagt einer: Ey, die Sneaker sind brutal fresh, wie heißt du? Meine Freundin rollt die Augen: Bruder, du baggerst grad hart."
rumzicken
Marcel · Deutschland
"Rumzicken bedeutet, dass jemand unnötig, kompliziert oder launisch reagiert. Beispiel: wie meine Freundin gestern. Sie hat wegen einer Kleinigkeit rumgezickt, und ich wusste gar nicht, was ich falsch gemacht habe. Am Ende mussten wir beide lachen."

Schatzi

Schatzi ist das klassische Kosewort für jemanden, den man liebhat, vom Partner bis zum Date, manchmal auch für den Hund. Kommt von Schatz und klingt sofort nach Nähe, manchmal auch nach ein bisschen Schleimspur, je nach Tonfall. Wird gern rausgehauen, wenn man nett wirken will, etwas ausbügeln muss oder einfach kurz Aufmerksamkeit braucht. Standard, aber zuverlässig.

"Schatzi, ich hab schon wieder den Haustürschlüssel vergessen, kannst du runterkommen? Ich mach dir auch nen Kaffee, versprochen, und diesmal ohne Drama."

Bützen

Bützen heißt im Kölschen küssen, meistens als kleines Bützje auf die Wange. Das Ding lebt vor allem im Kölner Karneval, wenn links und rechts gebützt wird, ehe du überhaupt dein Kölsch abgestellt hast. Gemeint ist fast immer herzlich und locker, nicht romantisch. Eher jecke Nähe als großes Liebeskino.

"Op der Sitzung, zwei Kölsch intus, ruft einer Alaaf und zieht mich ran: erst bütsche links, dann rechts, und zack gibt’s noch eins extra."

Gspusi

Gspusi ist eine lockere Liebelei, also irgendwas zwischen Flirt, Affäre und bissl was Heimlichem, ohne dass man gleich von Beziehung redet. Man trifft sich, hat seinen Spaß und oft schwingt dieses verschmitzte Nicht-ganz-offiziell mit. Vor allem in Österreich, besonders in Wien, klingt Gspusi viel leichter und charmanter als ein schweres Verhältnis.

"— Oida, hast g’hört, die Susi hat a neues Gspusi aus’m 7ten. — Geh, hoffentlich diesmal nix Heimliches, sonst gibt’s wieder Drama im Beisl."

Techtelmechtel

Techtelmechtel ist ’ne kleine, oft heimliche Romanze oder Affäre, mehr Knistern als Zukunftsplanung. Nicht die große Liebe mit gemeinsamen Möbelkauf, sondern dieses zwischen uns läuft nix, aber wir landen doch wieder zusammen. Kann harmloser Flirt sein oder direkt kleines Drama. Klingt verspielt, wird deshalb gern ironisch rausgehauen. Am Ende wissen’s eh alle.

"Die beiden sagen jedes Mal, sie wären nur Kumpels, aber nach jeder Party verschwinden sie zusammen. Nenn’s wie du willst, das ist ein Techtelmechtel."

Turteltäubchen

Liebevolle, manchmal leicht genervte Bezeichnung für ein Paar, das frisch verknallt nonstop turtelt: Händchen, Küsschen, Augen wie Flutlicht und komplett vergessen, dass noch andere Leute im Park, in der Bahn oder vorm Club stehen. Kommt vom Verb turteln, angelehnt ans Gurren der Turteltaube. Je nach Ton ist es süß gemeint oder ein gepflegtes Augenrollen.

"An der Bushaltestelle kleben die wieder aufeinander wie Kaugummi. Jana so: Boah, die sind ja komplette Turteltäubchen. Ich so: Safe."

Liebeskummer

Fieser Herzschmerz, wenn’s mit der Liebe crasht oder du ’nen Korb kassierst. Nach außen läufst du noch auf Autopilot, innen ist Telenovela auf Dauerschleife, natürlich mit der einen Playlist, die extra Salz in die Wunde kippt. Tut weh wie Zahnschmerzen, nur mitten im Brustkorb. Standard-Setup: Heulen, Grübeln, Schoki, Eis und Freunde als Rettungsteam.

"Jonas liegt seit ’ner Woche im Jogger auf dem Sofa, frisst Eis und starrt aufs Handy. Liebeskummer kickt hart, wir schleppen ihn zum Döner."

Torschlusspanik

Torschlusspanik ist dieser fiese Druck im Kopf, wenn du denkst: Gleich ist Schicht im Schacht und ich hab noch nix gerissen. Ob Beziehung, Job, Kinder, Reisen oder Bucketlist, plötzlich wird alles hektisch, du schaltest auf Turbo und rennst los wie auf den letzten Bus. Der Begriff kommt vom Stadttor, das früher abends zuging. Klassiker bei runden Geburtstagen, erwischt aber jede Altersklasse.

"Er bestellt sich ein Rennrad, bucht Bali und datet gleichzeitig drei Leute, nur weil er nächste Woche 40 wird. Kumpel guckt nur: Bruder, das ist doch Torschlusspanik deluxe."

Ische

Meint im Berliner Slang eine Frau, ein Mädel oder auch die eigene Freundin. Der Ton macht die Musik: locker unter Kumpels kann’s fast liebevoll klingen, aus fremdem Mund wirkt’s schnell respektlos. Das Wort kommt wohl aus dem Jiddischen, von isha für Frau. Wird gerne rausgehauen, wenn man kurz und frech bleiben will.

"Ey Digga, wo is’n deine Ische? Die chillt beim Späti und quatscht. Lass uns fix Kippen holen, bevor sie denkt, du bist wieder verpeilt."

Lebensabschnittsgefährte

Lebensabschnittsgefährte ist ein extra sperriges, ironisch-bürokratisches Wort für den Partner oder die Partnerin. Klingt absichtlich nach Amt, Akte und Stempel statt nach Herzklopfen. Sagt man oft mit Augenzwinkern, wenn Freund zu schlicht und Ehemann oder Ehefrau zu endgültig wirkt. Der Witz sitzt im Lebensabschnitt, weil da schon mitschwingt, dass die große Liebe hier eher als befristetes Kapitel verwaltet wird.

"Auf der Party stellt sie ihn vor: Das ist mein Lebensabschnittsgefährte. Kumpel flüstert: Sag doch einfach Freund. Sie grinst: Nach 15 Jahren klingt das zu kurz."

Schwarm

Der heimliche Schwarm ist die Person, der du nachschaust, ohne dass jemand etwas mitkriegt. Mehr als ein Crush, weniger als ein Geständnis. Du baust dir kleine Geschichten in deinem Kopf, hoffst auf zufällige Begegnungen am Bahnhof und tippst sieben Nachrichten, bis du eine zwei Wörter lange schickst. Klassiker auf jedem Pausenhof, in jedem Büro, auf jedem WG-Flur. Mal ehrlich, jeder hatte schon einen.

"Komm Digga, ich hab seit Monaten einen Schwarm in der Bibliothek und immer wenn er reinkommt vergesse ich plötzlich, wie man liest."

Knutschen

Küssen, aber mit Schmackes. Nicht so ein zarter Hauch auf die Wange wie bei Oma, sondern richtiges Geknutsche, das auf der Parkbank, in der U-Bahn oder am Klassenfenster passiert und meistens für leicht peinliche Blicke der Umstehenden sorgt. Knutschen ist deutsches Standardvokabular für die ersten Verliebtheitsphasen, in denen man einfach nicht mehr aufhören kann. Die roten Wangen danach sind Pflicht, der Knutschfleck am Hals ein gefährliches Bonus-Souvenir.

"Wir haben gestern auf dem letzten S-Bahn-Sitz so lange geknutscht, dass wir zwei Stationen zu weit gefahren sind. Voll der Klassiker."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut, aber was uns wirklich abgeht, ist Menschen in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen guten aus deiner Gegend kennst, bring ihn. Und wenn er schon da ist, gib ihm deine Stimme. Die Klangkarte bauen wir gemeinsam.

Finde deinen Ausdruck und gib ihm deine Stimme

Einen Moment: bestätige, dass du ein Mensch bist