Ruhrpott pur
Hömma, Maloche, Büdchen, Pott. Worte aus dem Revier, geboren zwischen Schicht, Schalke und Currywurst.
"— Ey, kommste später noch inne Bude, Filmchen gucken? — Safe, ich schnapp noch zwei Pils und bisschen Mett, dann is Feierabend."
"— Hömma, hasse gesehen, der Nachbar parkt wieder quer aufm Gehweg. — Dat is doch nich sein Ernst. — Komm, wir sagen ihm dat jetzt ma freundlich."
"— Ey Kumpel, kommste mit auffe Zeche-Kneipe? — Geht nich, ich hab noch Maloche, Frühschicht, Überstunden, und danach fall ich nur noch ins Bett."
"— Sach ma, wo biste eigentlich wech? — Nix wech, ich bin ausm Pott, inne Nähe von Essen. — Ah, da wo’s immer direkt is."
"Komm, wir treffen uns am Büdchen, holen ’ne Flasche Stauder und quatschen erstmal kurz, bevor die Bahn wieder Verspätung hat."
"Am Kiosk fragt der Kumpel, warum die Pommesbude zu hat. Der Verkäufer zuckt nur: Dat is heute so, komm morgen wieder, ne."
"Ey Kumpel, klopp den Pflock ma mit Schmackes in’n Boden, sonst wackelt der Zaun wieder. Dat muss halten, nicht nur so geschniegelt antippen."
"Ey, ich renn kurz zum Bochumer Jansen, brauch noch Kippen und ne Cola. Kommste mit? Der gibt sogar Pfandbons raus, wenn du nett fragst."
"Anne Bude vorm Bolzplatz: Haste noch Bömskes? Klar, sagt der Verkäufer, aber nur wenn ihr nich wieder um dat letzte Kaubonbon Stress macht."
"Ey, mach ma hinne, der Bus kommt in drei Minuten und du stehst da immer noch mit einem Schuh inne Hand. Dat gibt doch nix!"
"— Ey, wat essen wir heute? — Lass ma zum Griechen an der Ecke, Gyros mit Pommes. Danach hocken wir uns aufe Couch und glotzen Fußball."
"Wir haben uns aufm Weihnachtsmarkt so richtig angepanst. Drei Bratwürste, Reibekuchen und zum Nachtisch noch gebrannte Mandeln. Jetzt ist erstmal Sofa."
"Der Kevin hat seinen alten Manta so aufgemotzt, dass die halbe Straße stehen bleibt, wenn er um die Ecke kommt."
"Dat Schätzken wartet zuhause mit Frikadellen und Bier, da muss ich mich beeilen. Wenn ich zu spät komm, gibt's kalte Frikadellen und heiße Diskussionen."
"— Ey, hol ma die Düppen ausm Schrank, die großen. — Watt is los? — Mutti kommt, wir machen Eintopf, dat gibt Futter für alle."
"Komm, wir gehn inne Eckenkneipe umme Ecke. Kalle hockt am Tresen, zwei Pils und ’n Mettbrötchen, und dat Gequatsche über Schalke läuft von allein."
"Hömma, halt ma die Flappe, ich muss die Steuer fertig kriegen. Wenn du weiter laberst, vertipp ich mich und dat wird teuer."
"Jung, hör op, dat is doch Kappes: erst sacht er, die Bahn kommt pünktlich, und dann stehn wa wieder 20 Minuten am Ebertplatz."
"Ey, dat Schnitzel is’n Klopper, sach ich dir. Musste den Tellerrand festhalten, sonst rutscht dat Teil runter. Danach brauchste erst mal Mittagsschlaf."
"Hömma, dat Knäppchen lass ma hier, dat gehört mir. — Spinnse? Ich steh voll auf die Kruste. — Dann halbe-halbe, aber ohne Gezanke, ne."
"Diesen Monat ist die Knete knapp, also machen wir Kino zu Hause statt großem Abend in der Stadt."
"Ey, wir ham die letzte Bahn noch gekriegt, obwohl der Fahrer schon abpfeifen wollte. Dat war richtig Masel, sonst wären wir bis morgens am Hbf."
"Im Ruhrpott stehste um sieben beim Bäcker, Kaffee in der Hand, und der Kollege so: Mach mir zwei Mettbrötchen, extra Zwiebeln!"
"Alter, guck dir ma den Oschi von Döner an, den kriegst du allein nie weg ohne Schläfchen dazwischen."
"An der Bude: Machse mir ma Pommes Schranke, aber richtig, nich so’n Klecks. Der Mann nickt, zieht rot-weiß drüber und reicht rüber: Mahlzeit, Jung."
"Ey Hömma, für dat neue Auto hab ich richtig fett Tacken hingelegt, aber dafür brummt die Karre wie Sau und die Nachbarn gucken schon neidisch."
"Der Kumpel kommt vom Trödel zurück, wedelt mit ner blinkenden Plastik-Uhr und ich sag nur: Lass den Tinnef da, die hält bis zur Haustür."
"Der neue Kollege ist echt eine Vollbedienung, ich hab ihm heute dreimal erklärt wie man die Kaffeemaschine anmacht."
"So Leute, die Pizza is da, haut rein! Und du, Sven, lass den anderen auch wat übrig, dat letzte Mal haste drei Stück alleine verputzt."
"Mama: Zieh den Kittel an, dat zieht. Ich steh schon im Laborkittel im Flur. Sie: Junge, ich mein deine Jacke, nich Arzt spielen."
"Am Tresen sag ich: Ein Pils, bitte. Wirt: Dauert ’ne Sekunde, die Anlage zickt. Ich: Egal, Hauptsache frisch und mit fetter Schaumkrone."
"Guck mal wie der Jens sich bei der Chefin ranschmeißt, seit einer Woche kommt er als erster und geht als letzter."
"Moin, Timo bestellt zum Frühstück schon den dritten Korn am Tresen. Jule schüttelt den Kopf: Ey, du Suffkopp, nimm erst mal ’nen Kaffee."
"Der Laden macht gleich zu, alle ziehen schon Jacke an, und Holger schnarcht an der Theke, Bier fest umklammert: unser Thekenschläfer."
"Nach dem Konzert stehen wir frierend vorm Bahnhof, einer ruft: Ab zur Bratwurstbude, da gibt’s Senf, Bier und die angeblich beste Wurst."
Stimmen des Volkes
Theorie ist ja schön und gut, aber was uns wirklich abgeht, ist Menschen in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen guten aus deiner Gegend kennst, bring ihn. Und wenn er schon da ist, gib ihm deine Stimme. Die Klangkarte bauen wir gemeinsam.
Finde deinen Ausdruck und gib ihm deine Stimme