Dein Warenkorb: 0,00 €

Boah

Interjektion für alles, was dich kurz aus dem Konzept haut: Staunen, Schock, genervtes Entsetzen. Je länger du das o ziehst, desto heftiger der Moment: Boah ist mild, boaaah ist fassungslos. Kommt oft am Satzanfang, gern mit Augenrollen oder offenem Mund. Passt zu Noten, Preisen, peinlichen Stories und jeder Menge Drama.

"Ey, ich mach die Tür auf und da steht der neue Gaming-PC schon im Flur. Ich: Boaaah, ernsthaft? Bruder, das ist krank!"

Bude

Bude heißt locker Wohnung, Zuhause oder einfach die eigene kleine Basis. Klingt nach vier Wänden ohne Schickimicki, eher gemütlich, eingelebt und manchmal herrlich chaotisch. Im Ruhrgebiet hört man's besonders oft, aber verstanden wird's fast überall in Deutschland. Je nach Kontext kann Bude auch ein Kiosk, Imbiss oder kleiner Stand sein.

"— Ey, kommste später noch inne Bude, Filmchen gucken? — Safe, ich schnapp noch zwei Pils und bisschen Mett, dann is Feierabend."

Hömma

Hömma ist Ruhrpott pur und heißt einfach so viel wie hör mal. Das wirfst du vorne dran, wenn jetzt mal kurz aufgepasst werden soll, egal ob wegen ner Ansage, ner Bitte oder frischem Kioskgetratsch. Je nach Ton kann das kumpelig, genervt oder auch leicht auf Krawall gebügelt klingen. Wer Hömma hört, weiß sofort, jetzt kommt wat.

"— Hömma, hasse gesehen, der Nachbar parkt wieder quer aufm Gehweg. — Dat is doch nich sein Ernst. — Komm, wir sagen ihm dat jetzt ma freundlich."

Maloche

Maloche heißt schlicht Arbeit, aber mit Schweiß dran: Schicht, Baustelle, Werkstatt, Zeche. Wer malocht, klotzt und jammert nicht groß. Nicht zu verwechseln mit Büro-Geklicke: hier geht’s ums Ranklotzen und Anpacken. Das Wort kommt aus dem Jiddischen melokhe für Arbeit und ist über Rotwelsch in den Alltag gerutscht. Im Ruhrpott sagt man’s oft liebevoll-resigniert, wenn die Stechuhr ruft.

"— Ey Kumpel, kommste mit auffe Zeche-Kneipe? — Geht nich, ich hab noch Maloche, Frühschicht, Überstunden, und danach fall ich nur noch ins Bett."

Pott

Pott ist die Kurzform von Kohlenpott und heißt einfach: Ruhrgebiet. Wird benutzt, wenn man seine Ecke zwischen Zechen, Halden und Stadionbier nicht jedes Mal ausschreiben will. Klingt rau, ist aber meist liebevoll, wie ein Kumpelklaps auf die Schulter. Wer sagt ich komm ausm Pott, meint oft auch: bodenständig, direkt, Malocher-Mentalität und ein bisschen Stolz auf die eigene Geschichte. Und ja, Schalke oder Dortmund, Fußball ist hier Dauerprogramm.

"— Sach ma, wo biste eigentlich wech? — Nix wech, ich bin ausm Pott, inne Nähe von Essen. — Ah, da wo’s immer direkt is."

Büdchen

Kleiner Kiosk an der Ecke, oft auch Trinkhalle genannt, wo du schnell alles Nötige kriegst: Kippen, Bier, Süßkram, Zeitung und manchmal ein belegtes Brötchen. Das Büdchen ist mehr als ein Laden, das ist Treffpunkt, News-Ticker und Wohnzimmer für die Straße. Wer was wissen will, stellt sich kurz an und hört mit.

"Komm, wir treffen uns am Büdchen, holen ’ne Flasche Stauder und quatschen erstmal kurz, bevor die Bahn wieder Verspätung hat."

Dat

Dat ist einfach das, nur eben im Pott. Klingt weich, direkt und ein bisschen stur, perfekt für Sätze wie Dat is so, wenn man nix diskutieren will. Du hörst es im Ruhrgebiet in jeder Bude, vom Kiosk bis zur Zeche-Tour, oft zusammen mit wat und isse. Ein kleines Wort mit großer Ansage.

"Am Kiosk fragt der Kumpel, warum die Pommesbude zu hat. Der Verkäufer zuckt nur: Dat is heute so, komm morgen wieder, ne."

Schmackes

Schmackes heißt: mit ordentlich Wucht, Zug und innerem Saft an was rangehen. Nicht lasch, nicht auf Sparflamme, sondern so, dass die Sache spürbar lebt. Das kann körperlich sein, wenn du was mit Kraft machst, oder auch im übertragenen Sinn, wenn du mit Nachdruck redest, spielst oder anfeuerst. Kurz gesagt: mehr Bums, mehr Einsatz, mehr Pfeffer inne Bude.

"Ey Kumpel, klopp den Pflock ma mit Schmackes in’n Boden, sonst wackelt der Zaun wieder. Dat muss halten, nicht nur so geschniegelt antippen."

Bochumer Jansen

"Bochumer Jansen" sagt man im Ruhrpott scherzhaft zur Trinkhalle oder zum Büdchen um die Ecke. Gemeint ist der Laden, wo du eben schnell Kippen, Bier, Süßkram oder 'ne kalte Cola holst. "Jansen" ist dabei kein fester Name, eher so ein erfundener Allerweltsnachname für den Typen hinterm Tresen, den irgendwie alle kennen.

"Ey, ich renn kurz zum Bochumer Jansen, brauch noch Kippen und ne Cola. Kommste mit? Der gibt sogar Pfandbons raus, wenn du nett fragst."

Bömskes

Bömskes sind im Ruhrpott kleine Bonbons oder anderer Süßkram, meistens genau das Zeug aus der Mischtüte vom Kiosk oder vonne Bude. Das Wort hat was Warmes, Kindliches und direkt dieses Bild von klebrigen Fingern, Wechselgeld in der Faust und kurz noch was Süßes auf die Hand.

"Anne Bude vorm Bolzplatz: Haste noch Bömskes? Klar, sagt der Verkäufer, aber nur wenn ihr nich wieder um dat letzte Kaubonbon Stress macht."

Mach hinne

Wenn einer trödelt und dir langsam die Hutschnur rutschig wird, knallst du ihm ein Mach hinne hin. Heißt ganz schlicht: Beeil dich jetzt mal, komm in die Gänge. Das ist typisch Ruhrpott und nordwestdeutsch angehaucht, direkt, kurz und ohne Zuckerguss. Eher Ansage als Bitte.

"Ey, mach ma hinne, der Bus kommt in drei Minuten und du stehst da immer noch mit einem Schuh inne Hand. Dat gibt doch nix!"

Zum Griechen

Meint nicht den Menschen, sondern einfach das griechische Restaurant um die Ecke. Im Ruhrpott sagt man das ganz locker: Wir gehen zum Griechen, und jeder weiß, dass Gyros, Souvlaki und Tzatziki warten. Praktisch, weil’s kurz ist, aber ohne Kontext kann’s auch schräg rüberkommen. Meistens ist es liebevoll gemeint, mit ordentlich Kohldampf.

"— Ey, wat essen wir heute? — Lass ma zum Griechen an der Ecke, Gyros mit Pommes. Danach hocken wir uns aufe Couch und glotzen Fußball."

Mahlzeit

Mahlzeit ist der kleine deutsche Mittags-Handschlag per Mund, ein Gruß zwischen ca. 11 und 14 Uhr, meist im Büro, in der Kantine oder auf dem Flur. Heißt ungefähr: Ich seh dich, ich brauch gleich was zu futtern, alles gut. Wird auch gesagt, wenn niemand isst, eher als Ritual. Wer nicht zurückmahlzeitet, wirkt schnell wie schlechte Laune auf zwei Beinen.

"Ich komm um zwölf aus dem Meeting, treffe Sabine am Kopierer, sie nur Mahlzeit, ich auch Mahlzeit, und plötzlich sind wir beide wieder Menschen."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut, aber was uns wirklich abgeht, ist Menschen in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen guten aus deiner Gegend kennst, bring ihn. Und wenn er schon da ist, gib ihm deine Stimme. Die Klangkarte bauen wir gemeinsam.

Finde deinen Ausdruck und gib ihm deine Stimme

Einen Moment: bestätige, dass du ein Mensch bist