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Dösbaddel

Heißt so viel wie Trottel, aber mit einem norddeutsch-liebevollen Augenrollen. Ein Dösbaddel ist jemand, der dösig, verpeilt oder herrlich tollpatschig unterwegs ist und dabei trotzdem irgendwie sympathisch bleibt. Klingt schön nach Küste und kommt aus dem Plattdeutschen. Perfekt, wenn du genervt bist, aber niemanden direkt beleidigen willst.

"Digga, der Dösbaddel steht am Jungfernstieg und wartet auf den Bus, obwohl er die U-Bahn braucht. Dann winkt er dem Busfahrer noch fröhlich."
Moin
Marcel · Deutschland
"Moin. Norddeutscher Gruß zu jeder Tageszeit nutzbar. Beispiel, ich bin in Hamburg aus dem Zug gestiegen und jemand hat mich mit Moin gegrüßt, egal ob jung oder alt. Da wusste ich sofort, dass ich im Norden angekommen bin."

Moin

Heißt schlicht Hallo, aber im Norden ist es eher ein Lebensgefühl als ein Wort. Du kannst es morgens, mittags, abends rausballern, im Regen an der Bushaltestelle genauso wie im Laden um die Ecke. Ein einzelnes Moin wirkt knapp und freundlich, so nordisch effizient. Wer Moin moin sagt, klingt schnell nach Tourist oder nach jemandem, der zu viel Smalltalk im Tank hat.

"— Moin. Zwei Franzbrötchen, bitte. — Moin, kommt sofort. — Moin moin! — Na nu, bist du Tourist oder hast du heut zu viel Kaffee?"

Schnack

Ein Schnack ist ein lockerer Plausch ohne Stress, oft einfach nur zum Warmwerden. Man schnackt kurz vorm Bäcker, am Deich oder auf’n Kaffee und tauscht Neuigkeiten, Sprüche und natürlich das Wetter aus. Kommt aus dem Plattdeutschen, von snacken für reden. Je nach Ton kann’s auch heißen, dass jemand viel erzählt oder ein bisschen rumlabert, aber meist ist’s einfach nett. Passt perfekt, wenn man sich nicht nur kurz Hallo sagen will.

"Moin, haste kurz Zeit für’n Schnack vorm Kiosk? Ich muss dir erzählen, wat der Nachbar wieder treibt, und danach holen wir uns ’nen Kaffee."

Kiez

Kiez ist dein direktes Viertel, also die paar Straßen, wo man die Gesichter kennt, weiß welcher Späti noch offen hat und in welcher Kneipe ab Mitternacht noch Licht brennt. Vor allem in Berlin hängt an dem Wort richtig viel Heimatgefühl. In Hamburg hört man's auch, da meint's ebenfalls das vertraute Stück Stadt um die Ecke.

"— Lass ma nachher los? — Klar, icke bin im Kiez unterwegs, Ecke Schönhauser, Späti-Stop mit dir und dann noch rüber zur Kneipe, wa."

Moin Moin

Heißt einfach doppelt Moin und klingt erstmal extra freundlich. Der Witz ist: Je weiter oben an der Küste, desto knapper die Begrüßung. Viele Nordlichter finden Moin Moin schon fast Smalltalk und stempeln dich als Touri oder Labertasche ab. Unter Freunden geht es trotzdem, oft ironisch, wenn jemand ausnahmsweise gute Laune hat oder zu früh am Morgen schon redet wie ein Wasserfall.

"— Moin Moin, Digga! — Na hör mal, heute aber mit Text, oder? Ich wollt nur Kaffee holen und nicht nen Podcast starten."
Schnacken
Marcel · Deutschland
"Jo, was geht ab? Wollen wir mal ein bisschen schnacken? Kommst du rum? Ich hab da mal so ein bisschen was, über das ich mit dir reden müsste. Naja, du weißt schon. Kommst du mal kurz rüber? Bisschen schnacken"

Schnacken

Schnacken heißt locker reden, ein bisschen klönen, oft ganz ohne großes Ziel. Das Wort ist vor allem im Norden zu Hause und hat genau diesen gemütlichen Sound von Moin, Kaffee und noch mal eben stehen bleiben. Man schnackt beim Bäcker, an der Haltestelle oder vorm Kiosk, und zack sind aus fünf Minuten plötzlich fünfzig geworden.

"— Moin, komm kurz rüber, wir müssen mal schnacken wegen morgen. — Jo, aber nur fix, sonst verpass ich die Bahn nach Altona."

Plietsch

Plietsch heißt schlau, pfiffig, fix im Kopf. Aber nicht auf Streber-Art, sondern mit praktischem Blick dafür, was gerade Sache ist. Das Wort ist im Norden zu Hause und klingt genau so, wie es gemeint ist: knapp, trocken, ehrlich. Wenn jemand plietsch genannt wird, ist das ein echtes Kompliment.

"Moin, der Azubi hat das Chaos im Lager in zehn Minuten sortiert und nebenbei noch ’nen Fehler gefunden. Chef nur: Junge, bist du plietsch."

Watt

Meint einfach was in norddeutscher Schnauze, oft als kurzes Nachhaken, wenn dir jemand umständlich kommt. Schreibweise schwankt zwischen wat und watt, gesprochen wird’s gern weich und leicht gedehnt. Passt super in Fragen wie Watt willste denn? oder Watt nu? Klingt manchmal ungeduldig, ist aber oft nur direkte Art mit einem Schuss Moin im Hals. Im Alltag an der Haltestelle oder am Kiosk Standard.

"— Moin, watt machst du da schon wieder? — Nur Reifen flicken. — Watt, jetzt noch? Komm rein, es gibt Kaffee, sonst wirst du nie fertig."

Labskaus

Labskaus ist dieser norddeutsche Hafenteller, der erstmal aussieht, als hätte die Kombüse komplett die Form verloren, aber genau da sitzt der Charme. Das ist ein Stampf aus Kartoffeln, Corned Beef und Roter Bete, oft mit Spiegelei obendrauf. Dazu gibt's gern Gewürzgurke und Rollmops oder Hering. Sieht nach rosa Matsch mit Seegang aus, schmeckt aber für viele nach Heimat, Hafen und ehrlicher Sattwerdung.

"— Moin, was ist das für rosa Matsche? — Labskaus, Digga, mit Spiegelei und Rollmops. — Sieht wild aus. — Keine Faxen, einmal probieren, dann schnackst du anders."
Wat mutt, dat mutt
Nik · Österreich Gerade aufgenommen
"Was muss, das muss. Das ist ein Ausdruck, bei dem man insbesondere sagen will: Ja, ist zwar nicht auf freiwilliger Basis, aber ich mache es eben. Zum Beispiel, wenn ein Arbeitskollege jemanden fragt: ‚Und wie läuft die Arbeit?‘, dann sagt man: ‚Was muss, das muss.‘"

Butje

Ein Butje ist ein kleiner Junge, so ein Knirps, der noch halb unterm Küchentisch wohnt. Das Wort klingt schon wie Backe kneifen, und genau so wird’s auch benutzt, liebevoll und ein bisschen plattdeutsch angehaucht. In und um Bremen sagen das eher Eltern, Omas oder Nachbarn, wenn der kleine Kerl wieder Quatsch macht. Schreibweise auch mal Buttje.

"— Guck mal, der Butje kann ja schon laufen! — Ja, und wie der flitzt, gleich in die Pfütze. Halt den mal fest, Mensch!"

Töffel

Heißt erstmal ganz harmlos Pantoffel oder Hausschuh, so ein Ding, in das man morgens reinlatscht, bevor man überhaupt denken kann. Im Norden wird daraus aber auch fix ein Spitzname für jemanden, der sich dusselig anstellt: Trottel, Tollpatsch, Kandidat für den nächsten kleinen Unfall. Funktioniert meistens eher neckisch als knallhart beleidigend.

"Moin, du Töffel, erst schmeißt du den Kaffee um und dann stolperst du auch noch in deinen Töffeln über die Türschwelle wie’n Anfänger."

Pansen

Pansen nennst du einen trägen Typen, der am liebsten nur rumsitzt, glotzt und bloß keinen Finger krumm macht. Da schwingt oft auch der dicke Bauch mit, so in Richtung Bierpansen. Vor allem im Norden klingt das schön fies und schön treffend, wenn wieder einer alles aussitzt statt mit anzupacken.

"Moin, du Pansen, komm vom Sofa runter, der Umzug fängt gleich an. Du liegst da wie festgetackert. Von was willst du eigentlich müde sein?"

Schietwetter

Bezeichnung für richtig mieses Regen- und Windchaos, wenn der Himmel nur Grau kann und die Schuhe nach fünf Minuten klatschnass sind. Das Schiet kommt aus dem Plattdeutschen und meint so viel wie Mist oder Scheiß. Sagt man im Norden gern mit trockenem Grinsen, weil Jammern hier fast schon Sport ist. Passt zu Niesel, Sturm und jedem Tag, der nach Gummistiefeln schreit.

"Moin, Digga, ich wollte zum Kiez rüber, aber draußen ist nur Schietwetter, wa. Lass lieber Kaffee machen und Fenster gucken."

Fischbrötchen

Ein Fischbrötchen ist kein Slangwort, sondern einfach der norddeutsche Imbiss-Goldstandard: Brötchen auf, Fisch rein, dazu oft Zwiebeln, Gurken und Remoulade. Meist steckt Matjes, Bismarckhering oder Backfisch drin. Isst man aus der Hand, gern mit Wind im Gesicht und Möwen auf Raubzug. Schnell, salzig, sättigend und für viele sofort Küste im Mund.

"Steh am Landungsbrücken-Kiosk, Moin, Möwen schreien wie auf Koffein. Ich: Ein Fischbrötchen. Verkäufer: Matjes oder Bismarck? Ich: Matjes, extra Zwiebeln."

Stimmen des Volkes

Theorie ist ja schön und gut, aber was uns wirklich abgeht, ist Menschen in ihrem natürlichen Flow zu hören. Wenn du einen guten aus deiner Gegend kennst, bring ihn. Und wenn er schon da ist, gib ihm deine Stimme. Die Klangkarte bauen wir gemeinsam.

Finde deinen Ausdruck und gib ihm deine Stimme

Einen Moment: bestätige, dass du ein Mensch bist