Was es bedeutet
Heißt so viel wie Memme oder Zartbesaiteter: jemand, der bei jedem bisschen Stress, Kälte oder Schmerz gleich einknickt. Bildlich steckt das weiche Ei dahinter, nix mit harter Schale. Wird oft als neckische Ansage im Freundeskreis benutzt, kann aber auch fies klingen, wenn’s ernst gemeint ist. Typisch, wenn einer beim Chili sofort Wasser sucht oder beim Horrorfilm hinterm Kissen verschwindet.
Verwendungsbeispiele
"Ich: Nee, ich geh nicht auf die Geisterbahn. Kumpel: Weichei! Zwei Minuten später kreisch ich wie ’n Teekessel und tu cool, als wär’s geplant."
"Stell dich nicht so an, du Weichei, das bisschen Nieselregen bringt dich schon nicht um."
"Beim ersten kalten Wind dreht er um, so ein Weichei, dabei wollten wir nur kurz spazieren."
"Er zieht für fünf Minuten vom Auto bis zur Haustür die Kapuze, den Schal und Handschuhe an. Meine Schwester nur: Bruder, was bist du für ein Weichei?"
"Alle wollten die scharfe Soße probieren, aber nach dem ersten Bissen hat Tim schon gehustet und Milch gesucht. Komplettes Weichei heute."
Woher es kommt
"Weichei" ist ein durchsichtiges Bildwort aus dem Deutschen. Gemeint ist wörtlich ein weiches Ei, also das Gegenteil von hart und robust. Als Spottname für einen ängstlichen, empfindlichen oder wenig belastbaren Menschen ist der Ausdruck seit dem 20. Jahrhundert fest im allgemeinen Sprachgebrauch verankert und funktioniert genau über dieses Kontrastbild.